Bobic wohl zweite Spitze neben Kuranyi
Mit kühlem Kopf ran an den Kraftakt

Die Leistungsstärke des Gegners nur schwer einschätzbar, Jens Nowotny angeschlagen, die Frage nach der richtigen Taktik - Rudi Völler steht vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Lettland am Samstag in Porto vor einer Rechnung mit mehreren Unbekannten. Doch am meisten Respekt hat der DFB-Teamchef vor der Hitze.

HB PORTO. "Es ist sehr heiß, und das kann ein ganz großer Gegner sein", sagte der Teamchef, der mit seinen Nationalspielern am Freitagmittag nach dem knapp einstündigen Flug aus Faro bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen von 25 Grad in der nordportugiesischen Stadt eintraf.

Den Prognosen der Meteorologen auf eine Abkühlung bis zum Anpfiff am Samstag (18 Uhr/live im EM-Ticker von Handelsblatt.com) wollte Völler nicht trauen. Stattdessen bereitete der 44-jährige mit zuletzt zwei Trainingseinheiten zur Anstoßzeit um 17 Uhr Ortszeit sein Personal auf den bevorstehenden Kraftakt gegen den Turnier-Neuling vor. Abwehrchef Nowotny geht angeschlagen in die Partie. Der Defensivspieler von Bayer Leverkusen klagt seit dem 1:1 beim EM-Auftakt gegen die Niederlande über Beschwerden im zwei Mal operierten rechten Knie. Doch nach einem letzten Test am Freitag ist zumindest sein Einsatz nicht mehr gefährdet.

Über Schwere und Ursache der Verletzung machten die Beteiligten widersprüchliche Angaben. Völler sagte, der Verteidiger habe gegen die Niederländer einen Schlag aufs Knie erhalten, es sei "im Prinzip nichts Tragisches". Nowotny sprach dagegen mit Blick auf sein leichteres Trainingsprogramm von einer rein vorbeugenden Maßnahme: "Ich bin vorsichtiger geworden. Schmerzen, die ich früher als belanglos angesehen habe, nehme ich inzwischen ernster", sagte der Abwehrchef.

Für den 30-Jährigen wird wohl der Bremer Frank Baumann vom Mittelfeld ins Abwehrzentrum rücken und gemeinsam mit Arne Friedrich, Christian Wörns und Philipp Lahm die Viererkette bilden. Der Berliner Außenverteidiger Friedrich musste zwar im Training ebenfalls kürzer treten, ist aber nach Aussage von Völler fit: "Er kann spielen." Im Mittelfeld muss Michael Ballack, gegen die Niederlande noch die Offensivkraft neben Kuranyi, an der Seite von Torsten Frings und Bernd Schneider sowie abgeschirmt von Dietmar Hamann mehr defensive Aufgaben übernehmen. Dabei muss der Münchner kühlen Kopf bewahren, denn ebenso wie Kuranyi würde er bei einer weiteren Verwarnung im Gruppenfinale gegen Tschechien ausfallen.

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