Bochum bleibt auf der Strecke
Alarm nach „teuflischer“ Pokal-Darbietung

Auch bei der 61. Auflage bleibt der DFB-Pokal seiner Tradition der Favoritenstürze treu: Vorjahres-Finalist 1. FC Kaiserslautern und der VfL Bochum verabschiedeten sich nach peinlichen Auftritten in der Auftaktrunde als erste Bundesligisten aus dem Wettbewerb und schlitterten weiter in die Krise. Die nimmt bei den Pfälzern nach der 1:4-Blamage beim Regionalligisten Eintracht Braunschweig geradezu dramatische Züge an.

HB/dpa HAMBURG. "Das war Leistungsverweigerung der Mannschaft", schimpfte Vereinschef Rene C. Jäggi nach der "teuflischen" Darbietung. Der Druck auf Trainer Eric Gerets wird immer größer. "Seit Beginn der Saison ist bei uns der Wurm drin. Man hat den Eindruck, die wollen gar nicht Fußball spielen", zielte Jäggi mit seiner Kritik auch gegen seinen sportlichen Leiter, der die Pfälzer im abgelaufenen Jahr noch als Retter aus dem Abstiegsstrudel und über das Pokalfinale in den UEFA-Cup geführt hatte. Der völlig niedergeschlagene Gerets betonte, er wolle "die Mannschaft jetzt nicht im Stich lassen".

Auch beim VfL Bochum sorgte die 1:2-Pleite beim Zweitligisten Jahn Regensburg für ein gewaltiges Nachbeben. Vorstandsmitglied Dieter Meinhold attestierte den Profis mangelnden Charakter und nannte die armselige Darbietung "nicht entschuldbar"; Trainer Peter Neururer verhängte umgehend eine Geldstrafe. Er verurteilte die Spieler dazu, den rund 200 mitgereisten Fans aus der Mannschaftskasse den nächsten Bundesliga-Trip zu Hansa Rostock zu bezahlen. "Wir arbeiten seit Jahren beim VfL an einer positiven Außendarstellung. Deshalb ist der Frust nach dieser Niederlage umso stärker", sagte Neururer.

Aufsteiger 1. FC Köln wendete beim FC Oberneuland erst nach 120 Minuten ein Pokaldebakel ab und ging nach der Verlängerung mit 5:2 als glücklicher Sieger vom Platz. Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit führte der Oberligist aus dem Bremer Vorort noch mit 1:0, ehe Kapitän Dirk Lottner die Verlängerung erzwang. Trainer Friedhelm Funkel aber war dennoch restlos bedient: "Die Mannschaft hat richtig schlecht gespielt und mich erstmals in dieser Saison enttäuscht."

Die übrigen Erstligisten entledigten sich ungefährdet ihrer Pflichtübungen in der Fußball-Provinz. Beim 5:0-Sieg von Cup-Verteidiger FC Bayern München bei Borussia Neunkirchen feierte der Paraguayer Roque Santa Cruz nach viermonatiger Verletzungspause mit einem Dreierpack einen gelungenen Saisoneinstand. Während sich Michael Ballack per Foulelfmeter und Mehmet Scholl in die Torschützenliste eintrugen, ging Millionen-Einkauf Roy Makaay auch in seinem dritten Pflichtspiel leer aus. "Entweder man macht gleich ein Tor, dann ist der Knoten geplatzt. Oder man läuft dem ersten Treffer hinterher", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld.

Problemlos überstanden auch Borussia Dortmund nach dem Scheitern in der Champions League und Borussia Mönchengladbach die erste Runde. Die Dortmunder setzten sich durch Tore von Otto Addo (2) und Ewerthon mit 3:0 beim Oberligisten Spvgg EGC Wirges durch. Joris van Hout, Ivo Ulich und Igor Demo trafen zum 3:0 für Gladbach beim FC Schönberg 95. Mehr Mühe hatte Hansa Rostock, das sich erst mit 5:4 im Elfmeterschießen beim Zweitligisten VfL Osnabrück durchsetzen konnte. Für den FSV Mainz 05 war hingegen beim Oberligisten SSVg Velbert Endstation. Die Mainzer verloren nach torlosen 120 Minuten 3:5 im Elfmeterschießen.

Nur in den letzten vier Minuten durfte Jens Nowotny beim 3:1-Sieg von Bayer 04 Leverkusen beim Drittligisten Holstein Kiel mitwirken. Doch der 29-jährige Nationalspieler war nach dem ersehnten Kurzeinsatz acht Monate nach seinem zweiten Kreuzbandriss überglücklich. "Jetzt soll die Zeit kommen, in der ich spiele. Ich brenne", kündigte er an.

Souveräne Siege feierten Bundesliga-Spitzenreiter Werder Bremen (9:1 beim Ludwigsfelder FC), Hertha BSC (6:1 beim SSV Reutlingen), VfL Wolfsburg (6:1 beim ASV Bergedorf), TSV 1860 München (5:1 bei Schwarz-Weiß Rheden) und Hannover 96 (3:0 beim VfL Kirchheim/Teck). Für den höchsten Sieg in der ersten Runde sorgte aber Zweitligist Wacker Burghausen: Gegen den TSV Gerbrunn, den ersten Neuntligisten in der DFB-Pokalgeschichte, gab es ein 14:0-Schützenfest.

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