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Bochum und Bayer begeistern Fans

Mit herzerfrischendem Offensivfußball haben der VfL Bochum und Bayer Leverkusen die Fans verwöhnt, doch Klaus Augenthaler haderte trotz des versöhnlichen 2:2 noch lange mit dem verschlafenen Auftakt seiner Elf.

dpa BOCHUM. Mit herzerfrischendem Offensivfußball haben der VfL Bochum und Bayer Leverkusen die Fans verwöhnt, doch Klaus Augenthaler haderte trotz des versöhnlichen 2:2 noch lange mit dem verschlafenen Auftakt seiner Elf.

"Das war in den ersten 35 Minuten grausam. Wir waren gar nicht auf dem Platz", grantelte der Bayer-Coach, der seine Kritik aber mit einem dicken Lob für den Gegner verband. "Wenn man in den Ruhrpott fährt, weiß man, was einen erwartet: Fußball besteht nun einmal aus Lauf- und Kampfbereitschaft. Das haben uns die Bochumer vorgemacht. Sie waren schneller, aggressiver und geistig frischer."

Augenthaler vermutete, dass seine Profis sich gedanklich noch an ihrem rauschenden Fest in der Champions-League-Qualifikation gegen Banik Ostrau vier Tage zuvor erfreut hatten. "Das 5:0 hat uns nicht gut getan. Einige haben wohl gedacht, es geht von alleine, aber das tut es nicht." Dabei stand bis auf eine Position - Jacek Krzynowek spielte für den formschwachen Ex-Bochumer Paul Freier - im Ruhrstadion die selbe Startelf wie gegen die Tschechen auf dem Rasen. Dennoch geriet das Starensemble von Beginn an unter Druck und folgerichtig in der 29. Minute durch das erste Bundesliga-Tor von Vratislav Lokvenc im VfL-Trikot in Rückstand.

Dass ausgerechnet der in Leverkusen aussortierte Christoph Preuß mit der Vorbereitung des 1:0 glänzte, vier Minuten nach dem Ausgleich von Dimitar Berbatow (66.) die neuerliche VfL-Führung besorgte und zum überragenden Spieler avancierte, gehörte zu den besonderen Geschichten der Partie. "Dabei hat er eine Position gespielt, für die wir ihn gar nicht geholt haben", sagte Neururer, der den defensiven Mittelfeldspieler auf die rechte Angriffsseite beordert hatte. Dort wirbelte der 23-Jährige in seinem 56. Bundesligaspiel leichtfüßig und engagiert. "Es galt heute, den Kopf auszuschalten und Gas zu geben bis zum Umfallen", sagte Preuß, der die taktische Vorgabe des Trainers perfekt umsetzte.

Dass die glänzende Serie der Bochumer, die seit dem Wiederaufstieg alle vier Partien gegen Bayer gewonnen hatten, dennoch riss, lag an der mangelnden Konzentration der VfL-Abwehr in der Schlussphase und an Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich. Vor 26 289 froh gestimmten Zuschauern verweigerte der Unparteiische aus Berlin den Gästen nach einem Foul an Berbatow (7.) den fälligen Elfmeterpfiff. Dann übersah er zahlreiche unfaire Attacken an VfL-Spielern im Bayer-Strafraum nach Freistößen, und zu guter Letzt gab er beim Stand von 1:0 für Bochum in der 62. Minute einen korrekten Treffer von Lokvenc nicht, weil dieser im Abseits gestanden haben soll.

"Es ist schon traurig, wenn ausgerechnet das am schönsten herausgespielte Tor nicht gegeben wird", kritisierte Neururer, dessen Elf trotz der Integration von vier Neuzugängen da anknüpfte, wo sie vor drei Monaten aufgehört hatte. Neururer wähnt sein Team daher "auf dem richtigen Weg". Unter dem Strich waren beide Trainer mit dem Remis zufrieden. Augenthaler, der Freier zur Belebung des Offensivspiel in der zweiten Hälfte doch noch ins Rennen geschickt hatte, war nach dem späten Ausgleich von "Joker" Andrej Woronin (87.) versöhnt. Immerhin hielt die Serie von 13 Spielen ohne Niederlage: "Außerdem wollten wir Neururer nicht das Siegestänzchen überlassen."

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