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Bochum wieder Nummer 1 im Pott

Berlin (dpa) - Die Herthaner haderten mit EM-Final-Schiedsrichter Markus Merk - der VfL Bochum feierte seine alte, neue Position in der Tabelle. «Wieder als Nummer eins im Pott in die Saison zu starten - das gibt Selbstvertrauen», verkündete VfL-Vorstand Dieter Meinhold stolz.

Berlin (dpa) - Die Herthaner haderten mit EM-Final-Schiedsrichter Markus Merk - der VfL Bochum feierte seine alte, neue Position in der Tabelle. «Wieder als Nummer eins im Pott in die Saison zu starten - das gibt Selbstvertrauen», verkündete VfL-Vorstand Dieter Meinhold stolz.

Dabei sahen sich die Bochumer im modernisierten Olympiastadion schon auf einer ähnlichen Verliererstraße wie die Revier-Rivalen Schalke und Dortmund zum Bundesliga-Start. Doch trotz der beiden brasilianischen Tore von Neuzugang Gilberto (6.) und Marcelinho (44.) verschenkte Berlin noch die drei Punkte. «Wir haben ja schon oft geübt, einen Rückstand aufzuholen. Die taktischen Wechsel haben sich ausgezahlt», kommentierte VfL-Kapitän Dariusz Wosz den 2:2-Endstand.

Dass der Unparteiische Merk mit seinem Pfiff nach 70 Minuten zumindest dazu beitrug, dass auch dieses Mal die Aufholjagd klappte, interessierte Trainer Peter Neururer nur am Rande: «Man weiß, welch hervorragender Schiedsrichter Doktor Merk ist.» Die Berliner Fans und Spieler waren dagegen erzürnt: «Eine sehr merkwürdige Entscheidung», beschwerte sich Kapitän Arne Friedrich, der ein Foul von Vratislav Lokvenc vor seinem nach Merks Ansicht absichtlichen Handspiel monierte. Herthas neuer Trainer Falko Götz sprach gar von «Wut», wollte sich aber nicht weiter auslassen: «Man weiß ja, wie sensibel unsere Schiedsrichter sind, wenn wir uns noch mehr aufregen.»

Merk selbst mochte seinen umstrittenen Pfiff nicht bewerten. «Es gibt nichts zu sagen, es war Elfmeter», meinte der Zahnarzt aus Kaiserslautern nur kurz. «Er ist ja Europas bester Schiedsrichter, er wird schon alles richtig machen. Ihn zu kritisieren, ist ja fast Majestätsbeleidigung», befand Fredi Bobic vielsagend. In der ersten Halbzeit hätte es auch einen Elfmeter für ihn geben müssen, meinte der Nationalstürmer: «Da ist mir einer in die Beine gelaufen und ich bin gestürzt. Das war genauso unabsichtlich.»

Dass Hertha auch im fünften Versuch in Folge scheiterte, ein Eröffnungsspiel zu gewinnen, lag aber nicht nur an dem Elfmeterpfiff. Nach dem schnellen Tor der brasilianischen Neuerwerbung Gilberto, der für zwei Millionen Euro von AD Sao Caetano nach Berlin gekommen war, und dem 2:0 durch einen Gewaltschuss von Marcelinho hatten die Gastgeber vor 45 435 Zuschauern alle Trümpfe in der Hand. «Wir sind selbst Schuld. Wir hätten den Sack zumachen müssen», betonte Manager Dieter Hoeneß, der nicht mit in die Kritik am Referee einstimmte: «Ich will nicht nach einem Spiel Entscheidungen diskutieren. Wir hatten genug Zeit, das Spiel zu entscheiden.»

Doch Bobic, Artur Wichniarek, Gilberto und vor allem Marcelinho, der den Ball statt ins leere Tor nur an den Pfosten schob, vergaben die Chancen zum 3:0. Das Ende kennt man aus vielen anderen Spielen: Nach Freistoß von Wosz köpfte der starke Raymond Kalla ein (65.). Fünf Minuten später verwandelte Peter Madsen den Handelfmeter zum Ausgleich. «Wir wussten, dass wir uns auf unsere Laufstärke und unsere moralischen Fähigkeiten verlassen können», jubelte Neururer.

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