"Boden bei TV-Werbemarkt erreicht"
RTL-Chef Zeiler macht Branche Mut

RTL-Chef Gerhard Zeiler sieht die Talsohle im Krisen geschüttelten deutschen Fernsehwerbemarkt erreicht und erwartet im kommenden Jahr keinen erneuten Rückgang der Werbeeinnahmen der Branche.

Reuters KÖLN. "Wir glauben eigentlich, dass wir den Boden erreicht haben", sagte Zeiler am Montag der Nachrichtenagentur Reuters am Rande des Medienforums NRW in Köln. In diesem Jahr werde der TV-Werbemarkt in Deutschland sicher noch einmal schrumpfen - das wäre das dritte Jahr in Folge. "Ich glaube aber nicht, dass wir 2004 noch einmal ein Minus sehen werden", sagte Zeiler. Zur Entwicklung der RTL-Gruppe, die rund 40 % ihrer Umsätze auf dem deutschen TV-Markt erzielt, wollte Zeiler keine Aussagen machen. "Der RTL-Gruppe in Deutschland geht es sehr gut", sagte er lediglich.

RTL teilt sich den deutschen Privat-TV-Markt mit der Sendergruppe ProSiebenSat.1, betreibt aber in ganz Europa insgesamt 23 TV-Sender und 22 Radiostationen. Im vergangenen Jahr erzielte die Tochter des Bertelsmann-Konzerns einen Umsatz von 4,36 Mrd. ?, schrieb mit einem Nettoverlust 56 Mill. ? aber rote Zahlen. In den südeuropäischen Ländern Spanien, Italien und Frankreich sei das Werbeklima nicht schlecht, sagte Zeiler. "In Großbritannien könnte es passieren, dass wir bei der Entwicklung des TV-Werbemarktes in diesem Jahr eine Null vor dem Komma sehen werden", fügte er hinzu. Die gesamte europäische Medienbranche hofft auf positive Signale für die Werbemärkte, nachdem sich in den USA schon eine Erholung abzeichnet.

RTL lege Wert auf internes Wachstum, halte aber auch immer Ausschau nach Expansionsmöglichkeiten, sagte Zeiler. "Wir schauen uns sämtliche Gelegenheiten an - in den Märkten, in denen wir tätig sind, und in neuen Märkten." In Spanien ist RTL zum Beispiel an der Aufstockung seiner Anteile an dem Sender Antena drei interessiert. "Wir führen Gespräche mit allen Beteiligten." Weitere Teilhaber an dem profitablen Sender sind Banc Santander, die Investorengruppe Planeta und der Telefonica-Konzern, der seine Anteile über die Börse verkaufen will.

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