Boden gefunden?
Nemax 50 wieder über 2000-Punkte-Marke

Gute Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq und einsetzende Gegenreaktionen bei den zuletzt stark unter Druck gestandenen Technologiewerten wie Heyde und D.Logistics haben dem Frankfurter Neuen Markt am Dienstag deutlichen Auftrieb gegeben. Getragen von der Hausse der Wachstumswerte stieg der Blue-Chip-Index Nemax50 wieder über die 2000-Punkte-Marke.

Reuters FRANKFURT. "Vielleicht haben die Indizes jetzt endlich ihren Boden gefunden", sagte ein Händler. Seiner Einschätzung nach wirken aber vor allem die guten US-Vorgaben nach. Die Nasdaq hatte am Vortag 1,19 % auf 2 142 Punkte hinzugewonnen. Auch der Nasdaq-Future, der Anhaltspunkte auf die Eröffnung der US-Computerbörse liefert, lag am frühen Nachmittag mit 51,5 Punkten deutlich im Plus. "Die Nasdaq wird die deutschen Gewinne stabilisieren", hieß es.



Der alle Werte des Wachstumssegmentes umfassende Nemax-All-Share-Index konnte bis zum frühen Nachmittag 4,79 Prozent auf 2 095 Punkte zulegen. Der Auswahlindex Nemax50 stieg sogar um 6,62 % auf 2 001,01 Zähler. Beide Indizes hatten am Vortag noch rund ein Prozent verloren.



Im Mittelpunkt des Interesses standen die Papiere der ACG AG , die am Dienstag nach Vorlage von Geschäftszahlen über 20 % auf 30,30 Euro gewinnen konnten. Am Montag hatte der Chipkarten-Broker nach Handelsschluss bekannt gegeben, dass sich der operative Gewinn (Ebitda) im Gesamtjahr 2000 um 347 % auf 13,0 (Vorjahr 2,9) Mill. Euro erhöht habe. Der Umsatz sei um 251 % auf 362,8 (103,4) Mill. Euro gestiegen. Damit lagen die Zahlen über den Prognosen von zuvor befragten Analysten, die im Durchschnitt von einem Gewinn von 12,14 Mill. Euro und einem Umsatz von 315,28 Mill. Euro ausgegangen waren.



Von den Verlusten der Vorwochen konnten sich am Dienstag besonders die angeschlagene Heyde AG erholen, die um 22,53 % auf 3,59 Euro zulegen konnte. Auch Pandatel und D.Logistics stiegen jeweils über 13 %. Unter den kleineren Titel ragte die i:FAO AG heraus, die sich um knapp 25 % verteuerte. Der Softwarehersteller hatte am Morgen mitgeteilt, eine verbindliche Absichtserklärung zur vollständigen Übernahme der Schweizer Iconomic Systems SA unterzeichnet zu haben.



Auf der Verliererseite stand hingegen die Micrologica AG , die am Dienstagmorgen wieder zum Handel zugelassen worden war. Die Papiere verloren bis zum frühen Nachmittag nach einem extrem volatilen Handelsverlauf rund zehn Prozent auf 1,12 Euro. Am Vortag hatte das Unternehmen angekündigt, wegen der drohenden Zahlungsunfähigkeiten einen Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt zu haben. Daraufhin wurden die Titel von der Deutschen Börse AG vom Handel ausgesetzt. In der Vorwoche hatte der Softwarehersteller nach aufkommenden Gerüchten um eine Liquiditätskrise zeitweise rund 70 % an Wert verloren.

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