Bodenbildung und Ausbruch aus dem steilen Abwärtstrend
Chartkommentar: Der Euro ist kurzfristig auf dem Weg nach oben

Bekannt ist, dass der Euro gegenüber dem amerikanischen US-Dollar seit einigen Wochen steigt. Dass die Einheitswährung aber auch gegenüber anderen großen Währungen stabil und aus dem Abwärtstrend nach oben ausgebrochen ist, blieb bislang weithin unbeachtet. Die Frage ist, ob es sich hier um eine Marktfalle oder um eine - zumindest mittelfristige - Trendwende handelt.

DARMSTADT. Rechnet man den Euro in der Zeit vor seiner Einführung zur DM um, so ist festzustellen, dass sich der Euro respektive die DM seit mehreren Jahrzehnten in einem langfristigen Abwärtstrend zum japanischen Yen bewegt. Die untere Trendlinie dieses Abwärtstrends wurde mehrfach getestet - 1978, mehrmals in den Jahren zwischen 1984 und 1988 und schließlich 1993.

Bodenbildung erfolgreich abgeschlossen

Die obere, charttechnisch wichtigere Trendlinie dieses Abwärtstrendkanals wurde 1979/1980 und 1998 getestet - 1990 und 1992 wurde diese Linie nicht ganz erreicht. Nach Berühren der langfristigen oberen Trendlinie setzte im Herbst 1998 ein steiler Abwärtstrend ein. In den letzten zwei Jahren bewegte sich der Euro in einem rasanten Abwärtstrend, erreichte die untere Linie des langfristigen Trendkanals, ohne anschließend nachhaltig nach unten auszubrechen.

Mit dem historischen Tief von Mitte Oktober des laufenden Jahres bei 89 Yen je Euro bildete sich ein Boden in Form eines Doppel-Tiefs (Doppel-Bottom). Hierbei lag das zweite Tief leicht unter dem ersten. Die Bodenbildung scheint sich nun zu vollenden, indem aktuell der zweijährige steile Abwärtstrend erfolgreich nach oben durchbrochen wurde.

Damit besteht eine gute Chance für eine mittelfristige Aufwärtsbewegung des Euros. Diese könnte bis an die obere Begrenzung des langfristigen Abwärtstrendkanals führen, die in gut einem Jahr bei rund 140 Yen pro Euro liegen wird.

Da der Euro auch gegenüber dem US-Dollar an der oberen Trendlinie eines seit Oktober vorigen Jahres bestehenden steilen Abwärtstrends angelangt ist, besteht die gute Chance, dass der Euro nun tatsächlich einen Halt findet.

Stärke des Yens ist erstaunlich

Erstaunlich ist, dass der Yen trotz der schlechten Wirtschaftslage in Japan in den letzten Jahren gegen den Euro so stabil war, zumal die Zinsdifferenz zwischen Japan und Europa beträchtlich hoch war. So wurden für Drei-Monatstermingeld in Yen am Eurogeldmarkt in den Jahren von 1995 bis zum Sommer letzten Jahres zwischen 0 und 1 % Zinsen gezahlt, während in Euro-Land für Drei-Monatstermingeld zwischen 2,5 % und 5 % verlangt wurden.

Auch langfristige Zinsen wiesen eine enorm hohe Zinsdifferenz zu Gunsten des Euros auf. Hier schwankten die Zinsen für Anleihen mit gut 20jähriger Laufzeit zwischen 2 % und gut 3 % in Japan, während vergleichbare DM-Zinsen 4,5 % bis 6 % brachten.

Nach Verlassen des steilen und kurzfristigen Abwärtstrends besteht nun für den Euro die Chance, zumindest innerhalb des langfristigen Abwärtstrends Stabilität zu finden.

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