Bodengeschäft von Airborne übernommen: Post-Gewinn um 58 Prozent geschrumpft

Bodengeschäft von Airborne übernommen
Post-Gewinn um 58 Prozent geschrumpft

In das Geschäftsjahr 2003 ist der Bonner Konzern nach Aussage von Post-Chef Klaus Zumwinkel erfolgreich gestartet. "In den ersten zwei Monaten liegen wir beim Gewinn erfreulich über dem Vorjahr", sagte Zumwinkel anlässlich der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Bonn.

Reuters BONN. Die Deutsche Post übernimmt das Kuriergeschäft der US-Fluggesellschaft Airborne und macht damit den US-Anbietern UPS und FedEx auf deren Heimatmarkt Konkurrenz. Insgesamt rund 1,05 Milliarden Dollar (knapp eine Milliarde Euro) will die Post für das Bodengeschäft von Airborne bezahlen.

Die Post wolle ihr Konzernprogramm "Star" weiter umsetzen und sehe sich dabei voll im Plan. "Wir glauben noch fester als bisher daran, dass wir die gesteckten Ziele erreichen werden." Mit Star will die Post bis 2005 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) von 3,1 Milliarden Euro erreichen. Zudem will das Unternehmen weltweit Nummer Eins in der Logistik werden. Ergebnis- oder Umsatzziele für das Jahr 2003 nannte die Post zunächst nicht.

Die Post-Aktie verlor zeitweise mehr als neun Prozent auf 8,72 Euro.

Post könnte Stellung in den USA stärken

Im Zuge der angestrebten Übernahme der Bodenaktivitäten von Airborne biete die Tochter DHL den Aktionären der US-Gesellschaft 21,25 US-Dollar je Anteilsschein, teilte die Post mit. Die Flugaktivitäten blieben nach der Transaktion aber selbstständig und in Besitz der US-Anteilseigner. Am Vortag hatte die Post bereits Kaufverhandlungen mit der in Seattle ansässigen Airborne über die Übernahme von deren Boden-Geschäftsbereichen bestätigt. Damit wird die Post den US-Kurierdiensten nun auch bei der Zustellung über den Landweg vor Ort Konkurrenz machen. Airborne hatte am Vortag erklärt, die Transaktion bringe "signifikante strategische Vorteile" für Kunden, Angestellte und Aktionäre der Gesellschaft.

Durch eine Übernahme des Landtransportnetzes von Airborne kann die Post die direkte Lieferung von Waren über die Flughäfen hinaus in den USA stärken. Die Post bietet über ihre Tochter DHL in den USA derzeit vor allem Transporte per Flugzeug an. Doch damit können Waren nur bis zu Flughäfen und nicht aus einer Hand bis zum eigentlichen Ziel, dem Endkunden, befördert werden. Bei den günstigen Bodentransporten in den USA hatte die Post bislang das Nachsehen. Konkurrenzunternehmen wie UPS, FedEx oder eben Airborne hatten ihre Bodenaktivitäten dagegen bereits ausgebaut.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2002 hatte die Post wie bereits bekannt gegeben einen Umsatz von 39,3 Milliarden Euro (plus 17,6 Prozent) und ein Ebita von 2,42 Milliarden Euro (minus fünf Prozent) erwirtschaftet. Zugleich war der Konzerngewinn angesichts außerordentlicher Belastungen um 58 Prozent auf 666 Millionen Euro geschrumpft. Nachdem die EU-Kommission von der Post wegen angeblich illegaler Staatsbeihilfen 907 Millionen Euro inklusive fälliger Zinsen zurückgefordert hatte, bildete der Bonner Konzern dafür Rückstellungen von 850 Millionen Euro.

Zuversicht für Klage gegen EU-Beihilfebescheid

Die Deutsche Post ist nach Angaben von Konzernchef Klaus Zumwinkel weiterhin optimistisch, die Entscheidung der EU-Kommission über die Rückzahlung von Beihilfen erfolgreich vor Gericht anfechten zu können. "Wir sind wirklich zuversichtlich", sagte Zumwinkel bei der Bilanzpressekonferenz der Post am Dienstag in Bonn zu diesem Thema. Er verwies darauf, dass EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti in der Vergangenheit eine Reihe von Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verloren hatte.

Die EU-Kommission wirft der Post vor, mit ihrem Gewinnen aus dem Briefmonopol andere Bereiche unzulässig subventioniert zu haben. Die Post hatte deshalb Anfang 2003 eine Summe von 907 Millionen Euro inklusive Zinsen an den Bund überwiesen, nachdem die EU-Kommission die Rückzahlung der Beihilfen gefordert hatte. Die Post hatte gegen die Entscheidung der EU-Kommission sowie gegen die Zinsberechnungen des Bundes Klagen eingereicht. Die Post hatte sich bereits in der Vergangenheit immer wieder zuversichtlich gezeigt, erfolgreich gegen die Beihilferückzahlung klagen zu können.

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