Bodenoffensive der Ostallianz
El Kaida lässt zweites Ultimatum verstreichen

Nach dem Verstreichen eines zweiten Ultimatums zur Kapitulation der El-Kaida-Kämpfer hat die US-Luftwaffe ihre Angriffe auf Tora Bora verstärkt. Truppen der afghanischen Ostallianz starteten am Donnerstag außerdem eine Bodenoffensive auf den Bunker- und Höhlenkomplex im Nordosten Afghanistans, in dem sich El-Kaida-Mitglieder verschanzt haben. Derweil mehren sich Berichte, dass El-Kaida-Führer Osama bin Laden nach Pakistan geflohen ist.

ap/HB TORA BORA/WASHINGTON. Kommandeure der Ostallianz erklärten, der Plan zur Kapitulation und Entwaffnung der El-Kaida-Söldner sei aufgegeben. Am Donnerstagmorgen endete das zweite Ultimatum an die Gefolgsleute Bin Ladens innerhalb von zwei Tagen ohne Ergebnis. "Die El-Kaida-Truppen stehen vor dem Aus", sagte ein Ostallianz-Hauptmann, der sich Hamid nannte. "Sie haben keine Nahrung und keine Munition mehr." Die Offensive am Donnerstag sei angeordnet worden, nachdem sich herausgestellt habe, dass die Führungsriege der El-Kaida aus Tora Bora geflohen sei und ihr Fußvolk zurückgelassen habe. Es sei möglich, dass die El-Kaida-Führer nach Pakistan geflohen seien, erklärte Hamid.

Ob die El-Kaida-Spitze noch in Tora Bora sei, wisse er nicht, sagte General Peter Pace, stellvertretender Generalstabschef in Washington. "Es wäre schön, wenn die Führer dort wären, und es wäre großartig, wenn wir sie töten oder fangen können." Pakistan verstärkte inzwischen die Patrouillien im Grenzgebiet, um eine Flucht von El-Kaida-Mitgliedern in das Land zu verhindern.

In Kandahar drohen 13 verletzte Araber in einem Krankenhaus damit, sich in die Luft zu sprengen, wenn jemand anderes als das Krankenhauspersonal ihre Räume betritt. Die Oberschwester berichtet, dass die mutmaßlichen El-Kaida-Mitglieder Sprengstoff an ihren Körpern befestigt hätten und mit Handgranaten bewaffnet seien.

Eine Video-Aufzeichnung Bin Ladens sollte am Donnerstag in Washington veröffentlicht werden, wie aus US-Regierungskreisen verlautete. Der Sprecher von US-Präsident George W. Bush, Ari Fleischer, sagte, mehrere regierungsunabhängige Übersetzer studierten die Aufnahmen, bevor sie der Welt vorgestellt würden. Das Video überführt nach Ansicht der US-Regierung Bin Laden als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September.

Künftiger Regierungschef Karsai in Kabul eingetroffen

Neun Tage vor dem offiziellen Amtsantritt kam der designierte Regierungschef der afghanischen Interimsregierung, Hamid Karsai, in Kabul an. Karsai traf am Donnerstag gegen 1.00 Uhr nachts in der Hauptstadt ein. Karsai führte zunächst ein Gespräch mit dem nominellen Präsidenten Burhanuddin Rabbani. Weitere Gespräche sind geplant unter anderem mit dem stellvertretenden UN-Gesandten Francesc Vendrell.

Bei einem Afghanistan-Einsatz stürzte am Mittwochabend ein US-Kampfflugzeug in den Indischen Ozean, wie das Pentagon mitteilte. Alle vier Besatzungsmitglieder seien von einem US-Zerstörer aus dem Meer gerettet worden. Der Pilot des Kampfflugzeugs macht technische Probleme für den Absturz verantwortlich.

Unklar blieb am Donnerstag der Verbleib Bin Ladens. Die US-Zeitung "Christian Science Monitor" hatte berichtet, der Moslemextremist, der von den USA für die Anschläge am 11. September verantwortlich gemacht wird, sei über die Grenze nach Pakistan geflohen.

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