Bodewig zieht Bilanz
Umzug ins neue Kanzleramt hat begonnen

Eineinhalb Jahre nach dem Start des Umzuges von Bonn nach Berlin hat am Freitag der Einzug in das neue Bundeskanzleramt begonnen. Der 465 Millionen Mark teure Neubau wurde im April als letztes Regierungsgebäude fertig.

dpa BERLIN. Schon vor der offiziellen Eröffnung am kommenden Mittwoch wird Bundeskanzler Gerhard Schröder am Montag Frankreichs ehemaligen Staatspräsidenten Valery Giscard d'Estaing als ersten ausländischen Gast empfangen, wie eine Sprecherin der Regierung am Freitag sagte. In Kürze wird der Kanzler auch privat in den achten Stock des neuen Kanzleramt einziehen.

Mit der Eröffnung des Gebäudes ist der Regierungsumzug zugleich offiziell abgeschlossen. Zu dem Termin will Bundesbauminister Kurt Bodewig (SPD) im Kabinett eine Bilanz des Milliardenunternehmens vorlegen, sagte sein Sprecher und bestätigte damit Informationen der Tageszeitung «Die Welt». Nach dem letzten Stand von Anfang des Jahres gibt es auch nach dem Regierungsumzug noch mehr Arbeitsplätze in Ministerien in Bonn als in Berlin. An der Spree sind es 8 300, am Rhein 11 000 Stellen.

Sechs Ministerien haben ihren ersten Dienstsitz weiter in Bonn, auch die übrigen haben Mitarbeiter am Rhein. Rechnet man jedoch Bundestag, Bundesrat und Bundespräsidialamt ein, hat Berlin 11 500, Bonn 11 300 Arbeitsplätze.

Die letzte Etappe des Umzuges wird der Bundestag im Sommer bewältigen: Dann ziehen Abgeordnete und Mitarbeiter in Berlin in die Parlamentsneubauten um. Den Angaben zufolge sind von den veranschlagten 20 Milliarden Mark Umzugskosten 11 Milliarden Mark ausgegeben. Die übrigen Milliarden seien verplant. Billiger als geplant wurde die Pendlerregelung zwischen Bonn und Berlin, die Mitte des Jahres ausläuft - statt 120 Millionen Mark werden dafür voraussichtlich nur 79 Millionen Mark ausgegeben.

Der Umzug des Kanzleramts aus dem bisherigen Dienstsitz im ehemaligen DDR-Staatsratsgebäude wird übers Wochenende über die Bühne gehen: Das meiste Gepäck kommt dabei aus Bonn. Insgesamt werden 3,7 laufende Kilometer Akten transportiert, dazu ein Sicherheitscontainer mit Geheimpapieren, ein halber Kilometer Bücher, sowie Bilder, Büroutensilien und Pflanzen.

Am Freitagvormittag stand bei manchen der 510 Mitarbeiter noch Kistenpacken auf dem Programm. In Berlin werden 50 Möbelwagenladungen transportiert, dazu kommen neun große Umzugswagen mit Anhänger aus Bonn. Möbel stehen bereits im Neubau.

Dort beginnt die Arbeit offiziell am Montag. Die Eröffnungsfeier am kommenden Mittwoch mit etwa 900 Gästen soll nur eine kurze Veranstaltung werden. Nach Reden von Schröder, Bodewig, Architekt Axel Schultes und einem Vertreter der Bundesbaugesellschaft steht bereits die erste Sitzung des Kabinetts auf dem Programm.

Das Staatsratsgebäude wird zu einem kleinen Teil künftig zumindest vorübergehend vom Bundesnachrichtendienst genutzt werden. Was mit dem repräsentativen Teil des Hauses geschieht, soll bis Ende des Jahres die Expertenkommission vorschlagen, die sich auch mit der künftigen Bebauung des Schlossplatzes beschäftigt.

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