Böge: Bisheriges System behinderte Konkurrenten
Bundeskartellamt begrüßt neues Trassenpreissystem der Bahn

Das Bundeskartellamt hat die von der Deutschen Bahn AG angekündigte Neuordnung der Streckennutzungsgebühren für private Konkurrenten begrüßt.

afp BONN. Kartellamtschef Ulf Böge erklärte am Freitag in Bonn, mit der Umgestaltung habe Bahn-Chef Hartmut Mehdorn Forderungen seiner Behörde nach "einem diskriminierungsfreien Trassenpreissystem nunmehr Rechnung" getragen. Das bisherige zweistufige System habe Vielnutzer und damit vor allem die Bahn bevorzugt und zu einer "sachlich nicht gerechtfertigten Behinderung des Wettbewerbs" geführt. Nach einer vorläufigen Prüfung sei das geänderte Preissystem "grundsätzlich geeignet", die bisherige Behinderung von Konkurrenten zu beseitigen, betonte Böge.

Mehdorn habe nun bis Ende des Jahres Zeit, seine Zusage umzusetzen. So lange werde das Kartellamt das anhängige Missbrauchsverfahren aussetzen. Mehdorn hatte das einstufige Trassenpreissystem am Dienstag angekündigt. Damit soll es künftig für alle Schienennutzer einheitliche Preise pro gefahrenem Kilometer geben.

Das bisherige System bestand aus einem nutzungsunabhängigen Teil und einer variablen Preiskomponente. Dieses System habe dazu geführt, dass "mit steigender Nutzung des Schienennetzes der durchschnittliche Trassenpreis pro gefahrenem Kilometer sinkt", erläuterte Böge. Bahn-Töcher wie DB Regio zahlten deshalb nach Ermittlungen der Wettbewerbshüter "im Durchschnitt 25 Prozent und in der Spitze 40 Prozent niedrigere Trassenkosten" als die private Konkurrenz.

Derzeit nutzen 150 Bahnfirmen das rund 37.500 Kilometer lange Streckennetz in Deutschland.

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