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Böhmer: Arzt in der Politik

Der Christdemokrat Wolfgang Böhmer engagierte sich erst nach der Wende in der DDR in der Politik. Zuvor war er nach eigener Aussage aus Überzeugung parteilos.

dpa MAGDEBURG. 1990 kandidierte Böhmer für die CDU für den Landtag in Sachsen-Anhalt und holte sich das Direktmandat in Wittenberg. In der CDU/FDP-Regierung bekleidete er nach personellen Wechseln von 1991 an das Amt des Finanzministers, von 1993 an war er Sozialminister. Nach der Abwahl der CDU 1994 blieb Böhmer Landtagsmitglied.

Der Politiker wurde am 27. Januar 1936 in Dürrhennersdorf (heute Sachsen) als Sohn eines Landwirtes geboren. Er studierte Medizin, promovierte und legte später die so genannte Promotion B ab, was in der DDR gleichbedeutend mit der Habilitation war. Böhmer arbeitete dann als Arzt, wurde später Facharzt für Gynäkologie, Oberarzt und schließlich 1973 Chefarzt der gynäkologischen Abteilung eines Krankenhauses in Wittenberg (heute Sachsen-Anhalt).

Politische Gegner halten Böhmer zwar für einen ehrenwerten Politiker - er sei aber zu alt, um als Hoffnungsträger wirken zu können. Die Entscheidung der Partei für ihn galt aber als Zeichen innerhalb der CDU zu Gunsten eines Kurses weg von der Radikalkritik an der SPD. Mit Böhmer wählte die CDU moderatere Töne als zuvor und bot eine so genannte Sanierungskoalition mit der SPD zur Rettung Sachsen-Anhalts an.

Zuletzt hatte Böhmer im Wahlkampf Probleme, als er eine Koalition mit der Schill-Partei nicht mehr ausschloss, um notfalls auf dieses Weise eine rot-rote Koalition zu verhindern. Teilen der Partei gefällt diese Option nicht. Gegen den Strom schwamm Böhmer, als er sich vom Wahlkampfthema Zuwanderung - ausgegeben von Unions- Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) - für Sachsen-Anhalt distanzierte.

Innerhalb der CDU wurde der Mediziner 1998 zum Landesvorsitzenden gewählt, 2001 auch zum Fraktionsvorsitzenden. Böhmer gilt wie sein Gegner Höppner eher als ein Mann der leisen Töne. Der Politiker ist verwitwet und hat einen Sohn.

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