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Boehringer Ingelheim erwartet starkes Wachstum

Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim rechnet für 2002 mit einem deutlichen Zuwachs bei Umsatz und Betriebsergebnis.

dpa INGELHEIM. Bei den Erlösen wird ein Plus von etwa 20 Prozent erwartet, beim Betriebsergebnis soll der Zuwachs etwa 13 Prozent betragen. Im ersten Quartal dieses Jahres sei der Umsatz um 23 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro gestiegen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Sehr zufrieden mit dem zurückliegenden Geschäftsjahr zeigte sich der Sprecher der Unternehmensleitung, Rolf Krebs. Die Ergebnisse hätten sowohl über der eigenen Planung als auch über der allgemeinen Marktentwicklung gelegen. 2001 hatte das größte in Familienbesitz befindliche Pharmaunternehm der Welt seine Erlöse um 8,2 Prozent auf 6,7 Mrd. Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis wuchs um 22,5 Prozent auf 980 Mill. Euro. Nach Steuern wurde ein Ergebnis von 401 Millionen Euro verzeichnet, das waren 5,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das nach Bayer zweitgrößte deutsche Pharmaunternehmen beschäftigt rund 28 000 Mitarbeiter, davon 8 600 an den beiden deutschen Standorten Ingelheim und Biberach.

Die Zukunft sehen Krebs und Vorstandsmitglied Marbod Muff auf den amerikanischen Kontinenten. Mittlerweile erlöse Boehringer Ingelheim dort mehr als 50 Prozent seiner Umsätze, 40 Prozent allein in den USA mit im vergangenen Jahr 2,6 Milliarden Euro. Der Europäische Markt, vor allem auch der Deutsche, verliere zunehmend an Gewicht.

In Deutschland würden die regulierten Pharmamärkte nicht nur den Fortschritt in der medizinischen Forschung und Entwicklung bremsen, sie seien auch ein Investitionshindernis. Krebs forderte die Freigabe der Preise für verschreibungspflichtige Medikamente und Generika. «Wir sollten uns nicht scheuen, hier von den USA zu lernen», die Europäische Pharmaindustrie verliere in einem «schleichenden Prozess» seit Jahren an Konkurrenzkraft gegenüber der amerikanischen Industrie, sagte Krebs.

Den größten Beitrag zu den Boehringer-Erlösen leisteten auch 2001 wieder Präparate zur Behandlung von Atemwegserkrankungen mit einem Anteil von gut einem Drittel. Es folgen Medikamente gegen Herz- Kreislauf-Erkrankungen (13 Prozent), gegen Erkrankungen des zentralen Nervensystems (11 Prozent) und gegen Magen-Darm-Krankheiten (10 Prozent). Als kommenden Hoffnungsträger sieht das Pharmaunternehmen «Spiriva» ein Medikament gegen Atemwegserkrankung, das von Boehringer entwickelt wurde und im Sommer in einer Reihe europäischer Länder eingeführt werden soll. Das Präparat hat nach Darstellung des Unternehmens ein künftiges Umsatzpotenzial von über zwei Milliarden Euro.

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