Boeing bietet bessere Profitchancen
Das Duell: Boeing gegen EADS

Welcher Luft- und Raumfahrtkonzern bietet Aktienkäufern die besseren Chancen?

Die Branche:

Die gerade zu Ende gegangene Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin hat es gezeigt: Die Flugbranche boomt langfristig. Bis 2020 erwarten Fachleute Aufträge in einem Gesamtwert von mehreren Billionen Euro. Davon spüren die beiden Kontrahenten Boeing und EADSderzeit allerdings noch wenig. Der Absatz von Zivilflugzeugen wird trotz wachsender Passagierzahlen bis ins kommende Jahr unter dem Doppelschlag aus schwacher Weltkonjunktur und den Folgen der Terrorattacken gegen die USAleiden. Das beutelt Boeing deutlich stärker als die EADS-Tochter Airbus. Denn die Europäer haben im Schnitt technisch modernere Flugzeuge und sind weniger auf den besonders getroffenen US-Markt angewiesen. In der Rüstung und der Raumfahrt hat wiederum Boeing die Nase vorn. Schließlich ist der US-Verteidigungsetat deutlich größer als die Militärausgaben in Europa. Zudem bekommt Boeing dank der stärkeren Rückendeckung durch die heimische Regierung mehr Rüstungsaufträge außerhalb des Heimatmarktes als EADS. Auch im Raumfahrtgeschäft hat Boeing nach einigen Rückschlägen der EADS-Töchter Astrium und Ariane einen leichten Vorsprung.

Vorteil: Boeing.



Die Unternehmen:

Beide Unternehmen verfolgen eine ähnliche Strategie: Sie wollen den Anteil des Zivilgeschäfts senken, weil es wegen der harten Konkurrenz im Schnitt nur eine Rendite von fünf Prozent bietet. Wachsen sollen dagegen die Sparten Militär, Service und Raumfahrt. Hier sollen die Margen in den nächsten Jahren auf bis zu 20 Prozent steigen. In den Bilanzen von Boeing und EADS wird das freilich noch überdeckt von gewaltigen Investitionsprogrammen wie den Superjumbo Airbus A380. Zudem sind beide Unternehmen das Ergebnis vieler Fusionen, die sie noch nicht vollständig verdaut haben. Insgesamt gilt EADS aber als das Unternehmen mit den strafferen Abläufen und der moderneren Produktion.

Vorteil: EADS.



Die Aktien:

Beide Papiere fielen nach dem 11. September in ein tiefes Loch. Doch die meisten Rüstungsfirmen sowie EADS legten wieder um drei Viertel oder mehr zu und gelten inzwischen als als überkauft. Boeing hingegen notiert nur 40 Prozent über dem Zwölf-Monats-Tief und hat Nachholbedarf. Zudem wird das US-Unternehmen zumindest bis 2005 steigende Gewinne melden, wogegen bei EADS das gut zehn Milliarden Euro teure A380-Programm bis dahin die Erträge drückt. Schließlich leidet die EADS-Aktie darunter, dass besonders institutionelle Anleger wegen des hohen Anteils von Großaktionären wie Lagardère und dem französischen Staat politischen Einfluss auf die Geschäftspolitik befürchten.

Vorteil: Boeing.

FAZIT: Kurz- und mittelfristig bietet Boeing deutlich bessere Chancen, von einem Aufschwung der Branche zu profitieren.

Quelle: Wirtschaftswoche

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