Boeing nur einer der möglichen Kandidaten
Dornier: Suche nach Investor wird länger dauern

Bei der Suche nach einem dringend benötigten Investor aus der Luftfahrtbranche geht der Flugzeugbauer Fairchild Dornier nicht von einem raschen Erfolg aus. "Wir rechnen nicht mit einer kurzfristigen Lösung", sagte ein Sprecher des Unternehmens am Montag in Oberpfaffenhofen bei München.

Reuters MÜNCHEN. In der vergangenen Woche hätten erste Sondierungsgespräche mit mehreren möglichen Investoren begonnen. Der US-Flugzeugbauer Boeing, der in Medienberichten als Favorit genannt worden war, ist nach Angaben des Sprechers ein Kandidat auf der Liste denkbarer Partner. "Aber es wäre unklug, sich auf einen zu fixieren, fügte er hinzu. " Boeing brächte nach Einschätzung von Beobachtern als größter Flugzeughersteller der Welt die nötige Finanzkraft und die geforderte Hilfe bei Produktion, Technik und Marketing mit.

Auch der kanadische Konkurrent Bombardier wird in Medienberichten als möglicher Partner genannt. Bombardier, die brasilianische Embraer und Fairchild Dornier teilen sich den Markt für Regionalflugzeuge bis 110 Passagiere.

Fairchild Dornier sucht einen neuen Geldgeber angesichts der Krise in der Luftfahrtbranche nach den Anschlägen in den USA vom 11. September. Statt der bestellten 40 Maschinen vom Typ 328JET ließen sich in diesem Jahr wohl nur 20 bis 30 verkaufen, sagte der Sprecher. Doch hätten die meisten Fluggesellschaften ihre Beschaffung um ein halbes bis ein Jahr verschoben. "Die Lücke sehen wir nun im Business-Plan", sagte er. Die Entwicklung der 70-bis 110-sitzigen DO728 JET kommt zudem teurer als erwartet. Nach Medienberichten braucht die Firma mit 4000 Mitarbeitern zusätzlich rund 900 Mill. $.

Bisher hatte Fairchild Dorner 1,2 Mill. Euro an Eigen- und Fremdkapital zur Verfügung. 75 % der Anteile liegen bei der amerikanischen Investmentfirma Clayton, Dubilier & Rice (CD&R), der Rest bei der Allianz-Wagniskapitaltochter Allianz Capital Partners. Beide zusammen haben 400 Mill. Euro an Kapital eingeschossen, dazu kommen 800 Mill. Euro an Krediten von einem Konsortium der HypoVereinsbank.

Im Geschäftsjahr 2000/01 (zum 30. September) war Fairchild Dornier mit einem Umsatz von 595 Mill. $ nach eigenen Angaben weit hinter den Planungen zurück geblieben. In die Gewinnzone will das Unternehmen nach bisherigen Plänen 2004 gelangen.

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