Börse begrüßt den Stellenabbau
France Telecom baut zehntausende Arbeitsplätze ab

Der hochverschuldete Telekommunikationskonzern France Télécom will nach eigenen Angaben in den kommenden drei Jahren in Frankreich rund 20 000 Stellen abbauen.

HB/dpa PARIS. Diese Stellenstreichungen sollen vor allem durch das bestehende Programm für vorzeitige Ruhestandsregelungen erreicht werden, teilte der Konzern am Donnerstag in Paris mit. Presseinformationen über ein darüber hinausgehenden Sozialplan seien völlig unkorrekt. Die französische Tageszeitung "Le Figaro" (Donnerstagsausgabe) berichtete mit Berufung auf Gewerkschaftsangaben, dass weltweit 45 000 der konzernweit zuletzt 122 000 Arbeitsplätze wegfallen sollen.

An der Pariser Börse zog der Télécom-Kurs am Donnerstag zwischenzeitlich weiter um 6,5 Prozent auf 17,8 Euro an, nachdem die Aktie bereits am Vortag um 13 Prozent zugelegt hatte. Vorstandschef Thierry Breton werde dem Verwaltungsrat am 4. Dezember seinen Sanierungsplan vorlegen, hieß es bei France Télécom. Deshalb werde zu den Presseberichten über eine Kapitalspritze keine Stellung genommen.

Nach Informationen mehrerer französischer Zeitungen soll das Unternehmen, das mit einem Schuldenberg von rund 70 Milliarden Euro kämpft, einen staatlichen Kapitalzuschuss von neun Milliarden Euro erhalten. Dadurch könnte eine Kapitalerhöhung des Unternehmens, das Lösungen für 2003 fällig werdende Kredite über rund 15 Milliarden Euro suchen muss, auf das nächste Jahr verschoben werden. Allerdings müssen die Brüsseler Wettbewerbsbehörden diesem Zuschuss noch zustimmen. Um die Zustimmung zu erhalten, will die französische Regierung, die mit 54,5 Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist, ihren Anteil einer neu zu schaffenden "öffentlichen Einrichtung für Industrie und Handel" übertragen.

Nach Auffassung von Analysten in Paris könnte Brüssel dieser Konstruktion zustimmen, wenn France Télécom sich von anderen internationalen Beteiligungen trennt. France Télécom hat bereits den Verkauf seines 10,8-Prozent-Anteils an dem griechischen Mobilfunk-Unternehmen Panafon für 290 Millionen Euro an die britische Vodafone angekündigt.

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