Börse Euronext wählt Kölner Plattform für neues Informationssystem: Onvista stützt sich auf dickes Liquiditäts-Polster

Börse Euronext wählt Kölner Plattform für neues Informationssystem
Onvista stützt sich auf dickes Liquiditäts-Polster

Vorstandschef Oidtmann plagen nicht die Existenz-Sorgen anderer Software- und IT-Service-Unternehmen. Die hohe Eigenkapitalquote dürfte selbst skeptische Banker ruhig stellen

wb FRANKFURT/M. Eine Prognose für das Gesamtjahr 2002 will Fritz Oidtmann, Vorstandschef der Onvista AG, Köln, auf keinen Fall wagen. Neben den üblichen Unwägbarkeiten hält ihn vor allem eins davon ab: "Die Banken sind unsere Hauptkundengruppe. Und wir können nur schwer einschätzen, welche Wege die bei der Restrukturierung beschreiten werden."

Dass Oidtmann dennoch optimistisch dreinschaut, liegt zum einen an einem Vorzeige-Großauftrag, den Onvista gerade eingefangen hat: Die Euronext N.V., Zusammenschluss der Börsen Paris, Brüssel, Amsterdam, Lissabon und der Londoner Derivate-Börse Liffe, lässt sich von den Kölnern eine Datenbank-Plattform für Börsenkurse und externe Finanzmarkt-Daten aufbauen.

Zum anderen plagen Oidtmann nicht die Existenz-Sorgen anderer Software- und IT-Service-Unternehmen. Er sitzt auf einem komfortablen Liquidtätspolster von 27,5 Millionen Euro, fast zwei Dritteln des Gesamtvermögens. Wer also eine Aktie für 4,45 Euro kauft, erwirbt dafür 2,84 Euro an Barmitteln. Und die Eigenkapitalquote von 94 % dürfte selbst skeptische Banker ruhig stellen. Als Übernahmekandidat kommt das Unternehmen dennoch nicht in Frage: 57 % der Aktien gehören dem Management.

Im vergangenen Jahr ist es Onvista gelungen, das Verlusttal des Vorjahrs wieder zu verlassen. Bei einem stagnierenden Umsatz von 12,6 Mill. Euro wies der IT-Dienstleister für die Finanzwirtschaft einen Vorsteuer-Gewinn von 0,15 Mill. Euro (Verlust 2001: 9,81 Mill. Euro) aus. Dass netto ein Jahresüberschuss von 2,45 Mill. Euro ausgewiesen ist, hat rein buchungstechnische Gründe: Wegen der Ausgliederung der beiden operativen Bereiche Technologies und Media in eigene GmbHs hatte Onvista im GAAP-Abschluss 2001 latente Steuern angesetzt, die nicht in voller Höhe wirksam wurden.

Die Rückkehr zu den schwarzen Zahlen gelang mit einem straffen Kosten-Management. Die Betriebskosten insgesamt wurden um 11 % auf 15 Mill. Euro, die Zahl der Mitarbeiter um 17 % auf 133 (161) gesenkt. Die eigene Aktie erreichte nach Veröffentlichung der günstigen Zahlen gestern ein Tages-Hoch von 4,67 Euro, um dann leicht auf 4,60 Euro zurückzufallen.

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