Börse muss zunächst Clearstream-Übernahme verdauen
Pläne der Deutschen Börse sorgen für Aufregung

Aussagen der Deutschen Börse AG zu ihren Absichten im Bereich Informationsprodukte haben am Montag für Aufregung gesorgt. In einem Gespräch mit dem "Wall Stret Journal Europe" hatte Vorstandsvorsitzender Werner Seifert bekräftigt, den Umsatz in diesem Bereich verdoppeln und einen Informationsdienstleister übernehmen zu wollen.

vwd FRANKFURT. Diese mögliche Akquisition und ein starkes Umsatzwachstum waren indes schon am 3. April vergangenen Jahres während eines Hintergrundgesprächs der Börse angekündigt worden. Einem Börsensprecher zufolge gibt es in der Sache keinen neuen Stand. Die Übernahme eines Informationsdienstleisters bleibe eine Option. "Zurzeit laufen aber keine konkreten Gespräche", fügte er hinzu.

Bereits auf der Pressekonferenz zum Börsengang seines Unternehmens hatte Seifert zwei Felder für mögliche Übernahmen identifiziert. Dies waren der Bereich IT/Services und eben der Bereich Informationsprodukte. Im ersteren Bereich habe die Deutsche Börse mit der Übernahme von Entory bereits die avisierte Akquisition vollzogen, so der Sprecher weiter.

Analysten zufolge muß die Deutsche Börse zunächst den vollen Erwerb des Clearing- und Settlement Clearstream SA-Dienstleisters "verdauen", bevor sie weiter Akquisitionen angehen kann. "Clearstream kostet viel Geld", unterstrich Birgit Grüner (Bankgesellschaft Berlin). Sie hält allenfalls den Erwerb eines kleineren Informationsanbieters für möglich: "Nach dem Ende der Internet-Euphorie sind die billigsten Zukäufe im Informationsbereich möglich". Es gebe eine Vielzahl von Anbietern, denen langsam die Luft ausgehe.

Allerdings betonte auch die Branchenexpertin, dass die Ankündigung der Börse nichts neues sei. Dies sei offenbar nur durch die Übernahme von Clearstream überdeckt gewesen, der Neuigkeitswert sei eher beschränkt. Als mögliche Übernahmeziele nannte die Analystin Informationsanbieter im Derivatebereich und solche, die über detaillierte Informationen im Bereich Stoxx und Eurostoxx 50 verfügen. Ein Erwerb eines großen und etablierten Informationsanbieters betrachtet die Expertin indes als unwahrscheinlich. Zumindest mittelfristig müsse der Deutschen Börse "Luft zum Atmen" bleiben.

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