Börse plant Regeländerung
Mauscheleien am Neuen Markt

Makler erkaufen sich mit Geschenken an Firmenvorstände den Auftrag für die Aktien-Skontroführung und holen sich so ein Millionengeschäft an Land. Die Börse will nun die Notbremse ziehen.

FRANKFURT/M. Am Frankfurter Neuen Markt kommt es zwischen Emittenten und Freimaklern im großen Stil zu Mauscheleien. Nach Handelsblatt-Informationen erkaufen Makler sich mit teuren Geschenken an Firmenvorstände den Auftrag der Aktien-Skontroführung. Damit ist der Makler für die Preisfestsetzung einer Aktie zuständig. In einigen Fällen sollen auch Mitarbeiter von Konsortialbanken in die Geschäfte verwickelt sein.

Die Frankfurter Börse will nach eigenen Angaben die Notbremse ziehen und die Regeln für die Skontrovergabe ändern. Die mit der Führung des Skontrobuches einer Aktie beauftragten Makler sammeln die Kauf- und Verkaufsaufträge und stellen die Preise fest. Dafür kassieren sie eine Gebühr. Dies kann für die Makler ein Millionengeschäft bedeuten.

Als Geschenk für die Beauftragung mit der Skontroführung sollen Vorstandsmitglieder von Börsen-Kandidaten Autos, Reisen oder auch eine bevorzugte Behandlung bei der Aktienemission erhalten haben. Die Mauscheleien sind offenbar keine Einzelfälle, sondern "ein generelles Problem" des Neuen Marktes, bestätigte der Leiter der Handelsüberwachungsstelle der Frankfurter Börse, Michael Zollweg, dem Handelsblatt. Dabei würden Anleger nicht direkt geschädigt. Aber durch eine bevorzugte Aktienzuteilung an Unternehmensführer könnten andere Anleger schlechter gestellt werden.

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