Börse reagiert auf Unternehmenszahlen mit Abschlägen
Energiegeschäft ist für Eon Wachstumsmotor

Der Energiekonzern Eon erwartet nach einem ertragstarken ersten Halbjahr für das Gesamtjahr 2002 eine erneute Gewinnsteigerung.

Reuters DÜSSELDORF. Das Betriebsergebnis dürfte wieder über dem des Vorjahres liegen, wenngleich die Wachstumsrate nicht so hoch sein werde, wie in der ersten Jahreshälfte, teilte Deutschlands größter Versorger in seinem am Mittwoch verbreiteten Zwischenbericht mit. Für die ersten sechs Monate 2002 weist Eon darin eine 42-prozentige Zunahme des Betriebsergebnisses auf 2,4 Mrd. Euro aus. Wachstumsmotor sei das Energiegeschäft gewesen, vor allem durch eine Belebung des deutschen Strommarktes. Auch die Jahresprognose basiere auf einem kräftigen Wachstumsschub in diesem Kerngeschäft. Analysten hatten im Mittel ein Betriebsergebnis von 2,2 Milliarden Euro vorausgesagt.

Die Börse reagierte mit Abschlägen auf den in seinen Eckdaten für die Händler nicht überraschenden Halbjahresausweis. Am Vormittag lag die im Dax notierte Aktie bei 50,95 Euro mit 0,8 Prozent im Minus. Händler begründeten den Kursrückgang mit den weiter bestehenden Ungewissheiten bei der geplanten Ruhrgas-Übernahme. Augenblicklich gebe der Markt dem Eon-Konkurrenten RWE den Vorzug. Deren Aktien tendierten allerdings auch niedriger. RWE hatte am Montag für das erste Halbjahr ein kräftiges Gewinnwachstum mitgeteilt.

Energiegeschäft bleibt Gewinntreiber

Dank kräftiger Zuwächse im deutschen Stromgeschäft und der Einbeziehung neuer Gesellschaften konnte die Tochter Eon Energie ihr Betriebsergebnis um 62 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro steigern. Auch für das Gesamtjahr dürfte das Energiegeschäft der Gewinntreiber sein, hieß es. Die Größenordnung der ersten Jahreshälfte werde aber nicht erreicht. Zudem sei der Vergleichswert des zweiten Halbjahres 2001 wegen der erstmaligen Einbeziehung des Hamburger Gasunternehmens Heingas und des schwedischen Stromkonzerns Sydkraft sehr hoch.

Sorgen macht Eon der zum 1. Juli übernommene britische Versorger Powergen mit seiner US-Tochter LG&E. Durch einen kräftigen Rückgang der Großhandelspreise für Strom im Heimatmarkt werde das Powergen-Ergebnis belastet. Die Einbußen bei der Stromerzeugung könnten dort nicht durch höhere Preise im Endkundengeschäft wettgemacht werden. Auch in den USA seien die Preise gefallen. Rückläufige Ergebnisse seien schließlich im argentinischen Gasgeschäft zu erwarten. Alles in allem werde man im zweiten Halbjahr, in dem Powergen erstmals konsolidiert wird, durch die neue Tochter eine "leichte Belastung des Konzernergebnisses" spüren.

Ziel der Ruhrgas-Übernahme bekräftigt

Eon bekräftigte in seinem Zwischenbericht die Absicht, zur Durchsetzung der Ruhrgas-Übernahme alle möglichen Rechtsmittel auszuschöpfen. Weitere Ankündigungen über geplante Schritte enthält der Bericht nicht. Verwiesen wird in ihm aber darauf, dass der Eon-Konzernabschluss die bereits übernommenen Ruhrgas-Anteile von Thyssen-Krupp, Vodafone und BP von insgesamt 38,5 Prozent nur zu Anschaffungskosten berücksichtigt, das entsprechende Ruhrgas-Ergebnis mithin nicht.

Die geplante Fusion von Eon und Ruhrgas liegt bis auf weiteres auf Eis, weil das Düsseldorfer Oberlandesgericht den Vollzug vorläufig untersagt hat. Eon-Konkurrenten hatten gegen die für die Fusion erteilte Ministererlaubnis Beschwerde eingelegt und in einem Eilverfahren bereits eine Einstweilige Verfügung gegen den Zusammenschluss erwirkt. Das Hauptverfahren wird voraussichtlich im Spätherbst eröffnet werden.

Den Konzernüberschuss bezifferte Eon im Halbjahr mit 3,4 Mrd. Euro nach 1,1 Mrd. Euro im entsprechenden Zeitraum 2001. Die Steigerung von 203 Prozent resultiere daraus, dass verkaufte Tochtergesellschaften wie Stinnes, VAW Aluminium und Veba Oel als nicht fortgeführte Aktivitäten anteilig im Zwischenabschluss berücksichtigt seien. Der Eon-Konzernumsatz war mit 18,7 Mrd. Euro um 15 Prozent rückläufig.

Im zweiten Quartal verbuchte Eon einen Konzernüberschuss von 201 Mill. Euro, der damit um 44 Mill. Euro unter dem Vergleichsquartal des Vorjahres lag. Der Umsatz betrug 9,065 (10,621) Mrd. Euro.

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