Börse reagiert mit Kursanstieg
Igel wird neuer Chef von Schwedens Telia

Angekündigt war es schon seit längerem. Doch erst am Montag gab der schwedische Telekomkonzern Telia den Nachfolger für die im Herbst zurücktretende Vorstandschefin Marianne Nivert bekannt.

Anders Igel soll spätestens im September dieses Jahres die operative Führung des größten Telefonkonzerns in Nordeuropa übernehmen. Er wird aber vermutlich, wie er gestern in Stockholm erklärte, den neuen Posten schon eher antreten.

Tatsächlich wird er dringend bei Telia gebraucht, denn es gibt viel zu tun. Die Schweden haben erst vor zwei Wochen die Übernahme des finnischen Konkurrenten Sonera angekündigt. Derzeit warten beide Unternehmen auf grünes Licht der EU-Kartellwächter. Außerdem müssen noch die Einzelheiten der finnisch-schwedischen Telekom-Ehe geklärt werden. In dieser Situation ist eine starke Führung erforderlich.

Die Börse reagierte auf die Ernennung Igels positiv. Die in den vergangenen Monaten arg gebeutelten Telia-Aktionäre konnten sich am Montag über einen kräftigen Kursanstieg freuen. Analysten bescheinigen Anders Igel das notwendige Durchsetzungsvermögen. Außerdem heben die meisten seine gediegenen Kenntnisse der Telekom-Branche hervor.

Der 51-jährige Ingenieur begann schließlich seine berufliche Laufbahn beim schwedischen Telekommunikationskonzern Ericsson. Dort war er bis zu seinem Wechsel 1999 an die Spitze des schwedischen Büroartikelherstellers Esselte stellvertretender Konzernchef.

Und noch ein Pluspunkt: Igel kennt den Konzern gut. Er saß bis zuletzt im Aufsichtsrat von Telia. Er war auch dabei, als Ende 1999 in letzter Sekunde die bereits beschlossene Fusion von Telia und dem norwegischen Ex-Monopolisten Telenor an nationalen Empfindlichkeiten scheiterte. Diese Erfahrung dürfte jetzt ein großer Vorteil sein, weil auch beim geplanten Zusammenschluss von Telia und Sonera nationales Wetteifern um Posten und Standorte nicht völlig auszuschließen sind.

Der dreifache Familienvater hat in der Branche den Ruf des Sanierers. Schon bei Ericsson war er vor einigen Jahren direkt an der Umstrukturierung beteiligt. Auch bei Esselte polierte er sein Rotstift-Image auf. Beim neuen Telia-Sonera-Konzern wird er seinen Spareifer fortsetzen müssen. Die beiden Unternehmen versprechen sich von der Zusammenlegung bedeutende Synergieeffekte. So werden in den kommenden Jahren mehrere tausend Arbeitsplätze in den Firmenzentralen der beiden Konzerne - in Helsinki und Stockholm - verschwinden.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%