Börse reagiert mit Kurseinbruch auf Ankündigung weiterer Verluste
MWG-Biotech nennt Anlegern Ultimatum

Die MWG-Biotech AG, Ebersberg, hat große Probleme mit der Produktion von Labor-Robotern und erwartet daher erst 2002 ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). Vorstandschef Michael Weichselgartner setzte sich am Freitag selbst ein Ultimatum: Falls diese Probleme nicht in drei Monaten gelöst würden, werde er zurücktreten. Eine nicht fertig gestellte Roboter-Produktion für die biotechnologische Laborforschung habe 2000 einen Verlust von 30 bis 40 Mill. DM verursacht. Sollte der Fehler nicht behoben werden, müsse MWG sich wohl von dem Bereich trennen. In diesem Fall drohten 2001 Umsatzausfälle von 30 Mill. DM. Damit könnte der für 2001 geplante Umsatzanstieg auf 147 (Vorjahr: 93,2) Mill. DM verfehlt werden.

mwb MÜNCHEN. Der Aktienkurs brach um mehr als 12 % auf ein neues Jahrestief von 2,18 Euro ein. Vor einem Jahr hatten die Titel noch ein Rekordhoch 51,96 Euro erreicht. Das Unternehmen verbuchte im abgelaufenen Jahr entgegen seiner Erwartungen einen Ebit-Verlust von 42,4 Mill. DM und kündigte auch für 2001 ein Minuszeichen vor dem erwarteten Ebit von 15 Mill. DM an. "Ich bin belogen und getäuscht worden", sagte Weichselgartner. Er habe erst am Donnerstag über einen Kunden das ganze Ausmaß der Probleme mit der Roboter-Produktion erfahren, die im Rahmen einer angestrebten Komplettlösung für die genomischen Instrumente wichtig seien. Die verantwortlichen Mitarbeiter im Controlling seien entlassen worden. Der Vorstand habe inzwischen einen neuen Controller eingestellt. Wegen der Produktionsprobleme hätten 80 % der Vertriebskräfte enttäuscht gekündigt, erklärte Weichselgartner.

Der Vorstandschef zeigte sich aber überzeugt, die technischen Probleme in den Griff bekommen zu können. Wenn dies gelinge, fülle MWG Biotechmit seiner Komplettlösung eine Marktlücke. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben im laufenden Jahr 250 dieser Systemlösungen absetzen. Der Vorstand halte daher zunächst an seiner Umsatzprognose für 2001 fest. Finanziell sei das Unternehmen nicht in Schwierigkeiten. Von den am Kapitalmarkt erlösten 250 Mill. DM stünden noch mehr als 130 Mill. DM zur Verfügung.

Als weiteren Grund für den im vergangenen Jahr erzielten Verlust nannte Weichselgartner Investitionen von insgesamt 63 Mill. DM für den Ausbau der Produktion sowie "Management-Probleme" bei der US-Tochter. Diese habe im vergangenen Jahr einen Verlust von etwa 12 Mill. DM verursacht, sagte er. Die Führung sei jedoch inzwischen ausgewechselt worden.

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