Börse reagiert positiv auf den Wechsel
ABB-Manager soll Ciba in eine bessere Zukunft führen

Der Führungswechsel bei Ciba kommt überraschend: Für Rolf A. Meyer rückt Armin Meyer als Chef an die Spitze des Chemiekonzerns. Er gilt beim bisherigen Arbeitgeber ABB als Erfolgsmanager.

ef ZÜRICH. Wenige Tage nach der Ankündigung des Wechsels an der Spitze des Schweizer Technologiekonzerns ABB kündigt auch die Ciba Spezialitätenchemie AG überraschend eine personelle Änderung an der Spitze an: Am 17. November werde der 51-jährige Armin Meyer das Präsidium des Ciba-Verwaltungsrates und zum Jahreswechsel auch die Konzernleitung übernehmen, teilt der Baseler Konzern mit.

Meyer ist derzeit als Konzernleitungsmitglied bei ABB zuständig für die Gebäudetechnik. Er wurde dort mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Der scheidende Ciba-Chef Rolf A. Meyer, 57, wird sämtliche Ämter niederlegen. Er stand seit der Abspaltung des Spezialchemiegeschäfts der früheren Ciba-Geigy im Frühjahr 1997 an der Spitze von Ciba. Zuvor war er fünf Jahre Finanzchef des chemisch-pharmazeutischen Mischkonzerns Ciba-Geigy.

Dem Ciba-Verwaltungsrat sei der Wunsch von Rolf A. Meyer nach einer beruflichen Veränderung seit dem Frühjahr bekannt gewesen, erklärte eine Unternehmenssprecher gegenüber dem Handelsblatt. Diese Pläne blieben bis gestern ein gut gehütetes Geheimnis.

Zwar kommt der Zeitpunkt des Ausscheidens von Rolf A. Meyer überraschend, doch wurden hinter seine Führungsqualität von Analysten seit längerer Zeit Fragezeichen gesetzt. Besonders die Übernahme des britischen Spezialchemieunternehmens Allied Colloids wurde als stark überteuert kritisiert. Auch das Platzen der Fusion mit dem Lokalrivalen Clariant AG Ende 1998 wurde auf der Passivseite seiner Bilanz verbucht. Bei den Schweizer Analysten wurden Clariant-Aktien im Vergleich zu Ciba-Titeln durchwegs der Vorzug gegeben.

Die Eingliederung der Hoechst- Spezialchemie durch Clariant wurde besonders positiv bewertet und auch der Ausbau der zukunftsträchtigen Feinchemie durch die Übernahme der britischen BTP bekam gute Noten. Allerdings wäre das Ciba-Bild unrichtig dargestellt, wenn nicht auch auf den positiven Geschäftsverlauf in diesem Jahr und den Verkauf der Sparte Performance Polymere hingewiesen würde. Die Bilanzstruktur wurde durch diesen Verkauf wieder in ein besseres Gleichgewicht gebracht.

Armin Meyer, dem der Ruf als zupackender Erfolgsmanager vorauseilt, gehört seit der Verselbständigung als Vizepräsident dem Verwaltungsrat von Ciba an, so dass er bei seiner künftigen Führungsaufgabe nicht bei Null beginnen muss.

Er selbst bezeichnete seine Erfahrung in der Führung von globalen Geschäften und den Umgang mit Kunden als Aktiva, die er bei Ciba einbringen könne. Für Armin Meyer sei es allerdings nicht einfach gewesen, ABB nach 25 Jahren zu verlassen. Ob er sich bei dem dortigen Führungswechsel übergangen fühlte, kann nur spekuliert werden. Jedenfalls scheint ABB auf skandinavische Spitzenmanager zu setzen.

Die Schweizer Börse zeigte gestern sich über den Führungswechsel bei Ciba Spezialitätenchemie erfreut. Die Aktien stiegen um 3,6 % auf 107,75 sfr. In den letzten beiden Wochen haben sie bereits um 15 % vom diesjährigen Tiefpunkt abgesetzt.

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