Börse reagierte dennoch mit Kursabschlägen
Mobilfunk-Boom verhilft Epcos zu Rekordquartal

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdreifachte sich im dritten Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000 (zum 30. September) auf 91,8 Mill. von 31 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum.

Reuters MÜNCHEN. Mit einem Rekordquartal hat der Bauelemente-Hersteller Epcos AG erneut die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdreifachte sich im dritten Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000 (zum 30. September) auf 91,8 Mill. von 31 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum, wie Epcos am Donnerstag in München mitteilte. Der Umsatz stieg auf 496 (280) Mill. Euro und übertraf nach den ersten neun Monaten mit 1,3 (0,8) Mrd. Euro den gesamten Vorjahresumsatz bereits um 14 %. Die vor allem durch den Boom im Mobilfunk bedingten Wachstumsraten sollen sich nach den Erwartungen der ehemaligen Siemens-Tochter im ganzen Geschäftsjahr fortsetzen. Die Börse reagierte dennoch mit Kursabschlägen.

Der Ebit lag im dritten Quartal über den Schätzungen der von Reuters befragten Analysten, die mit 71,2 Mill. bis 89 Mill. Euro gerechnet hatten. Das Umsatzwachstum beschleunigte sich zwischen April und Juni noch einmal auf 77 (63) Prozent und überflügelte ebenfalls die Erwartungen, die zwischen 422 Mill. und 480 Mill. Euro gelegen hatten. Für das Geschäftsjahr veranschlagt Epcos das Umsatzwachstum nun auf 60 statt bisher 50 %.

Epcos-Vorstandschef Klaus Ziegler äußerte sich zuversichtlich, die Ergebnisentwicklung bis Ende September fortschreiben zu können. Damit dürfte das Ebit jedenfalls über 300 Mill. Euro liegen. Bereits im Mai hatte Ziegler ein Ergebnis von "eher 300 als 250 Mill. Euro" in Aussicht gestellt. Nach neun Monaten waren es bereits 227,4 (71,0) Mill. Euro. Nach Steuern summierte sich der Überschuss auf 158,0 (46,6) Mill. Euro.

Auf das folgende Geschäftsjahr 2000/01 blickt Ziegler "noch zuversichtlicher als vor drei Monaten". Zuletzt hatte sich Epcos dazu eher zurückhaltend geäußert. Die reißende Nachfrage nach Oberflächenwellen-Komponenten und nach Kondensatoren für den Mobilfunk mache den raschen Ausbau der Kapazitäten erforderlich. Noch bis September will Epcos dafür weitere 100 Mill. Euro investieren, in den ersten neun Monaten 1999/2000 waren es bereits 202 Mill. Euro. Die Zahl der ausgelieferten Filter für Oberflächenwellen soll mit zwei neuen Fabriken in Singapur und China von einer Milliarde in diesem auf 1,5 Mrd. im kommenden Geschäftsjahr steigen. Verdopppeln soll sich in den nächsten 18 Monaten die Zahl der ausgelieferten Kondensatoren aus Tantal, mit denen sich Epcos bereits jetzt als Nummer eins in Europa begreift. Die anziehende Industriekonjunktur komme in Europa nun auch dem Bereich Industrieelektronik zugute.

Mit einer Ebit-Rendite von 23 % waren die OFW-Filter im abgelaufenen Quartal das lukrativste Geschäftsfeld. Allein sie sorgten für ein operatives Ergebnis von 37,4 Mill. Euro. Die Dynamik auf den von Epcos bearbeiteten Märkten sei anhaltend hoch, betonte Ziegler. Alle Investitionen könnten aus eigener Kraft finanziert werden.

Analysten beurteilten die Zahlen positiv. Michael Bahlmann vom Bankhaus M.M. Warburg kündigte an, seine Gewinnschätzungen für das laufende und die beiden kommenden Jahre anheben zu wollen und die Aktie auf "Halten" von "Verkaufen" hochzustufen. "Wir können nichts Schlechtes erkennen", sagte der Analyst. Den Prognosen des Unternehmens zufolge müsse auch das vierte Quartal gut ausfallen. "Epcos kann sich jetzt weiter aus dem Fenster lehnen." Jürgen Wagner vom Bankhaus Sal. Oppenheim bezeichnete die Zahlen ebenfalls als "sehr gut". 2001 sei jedoch mit einem Ende der Knappheit an elektronischen Komponenten zu rechnen. "Das Jahr 2000 wird sich nicht wiederholen", sagte er. An seiner fundamentalen Beurteilung ("Halten") ändere sich daher nichts.

Die negative Reaktion der Börse lasse sich lediglich aus den schlechten Vorgaben von der US-Technologiebörse Nasdaq erklären, sagte Bahlmann. An der Börse sackte der Kurs der Epcos-Aktie am Donnerstag bis zum Mittag um sechs Prozent auf 94 Euro ab. Die seit dem Frühjahr im Dax notierten Papiere hatten am Mittwoch in Erwartung der guten Zahlen allerdings kräftig zugelegt. Epcos war im Oktober aus einem Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und Matsushita Electric hervorgegangen. Beide halten noch jeweils 12,5 % an Epcos.

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