Börse schließt um 19 MESZ
Lustloser Handel an der Wall Street

Die US-Märkte eröffnen am Freitagmorgen mit leichten Gewinnen. Große Bewegungen am Markt sind heute aber nicht zu erwarten, das Volumen ist mit 100 Millionen gehandelten Aktien bis zehn Uhr extrem niedrig. Zwischen Thanksgiving und dem Wochenende treffen sich die Händler nur zu einer verkürzten Session. Um 13 Uhr Ortszeit (19 Uhr MEZ) schließen die US-Börsen nach nur dreieinhalb Handelsstunden - viele Broker genießen ein langes Wochenende und sind am Morgen gar nicht erschienen. Der Dow Jones notiert eine halbe Stunde mit 26 Punkten im Plus, die Nasdaq gewinnt 3 Punkte.

NEW YORK. Feiertag hin, Wochenende her - eine der schwerwiegendsten Fragen der US-Wirtschaft soll am Freitag beantwortet werden. Befindet sich die einzig verbliebene Weltmacht in einer Rezession? Auskunft geben wollen die Wirtschaftsweisen vom National Bureau of Economical Research, die anhand der Daten von Arbeitsmarkt, Industrieproduktion, Einkommen und Handel zu einer Entscheidung kommen. Offiziell wird von einer Rezession gesprochen, wenn das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge schrumpft. Ein zweites Quartal mit negativer Bilanz zeichnet sich zur Zeit erst ab, ist aber nicht beendet.

Aufwärts geht es am Morgen mit den Papieren der Airlines. An Amerikas wichtigstem Reisewochenende sind alle Flüge ausgebucht - allerdings sind die Kapazitäten gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent gesenkt worden. US Airways führt mit einem Zugewinn von fast vier Prozent die Branche an, Continental und United Airlines legen drei beziehungsweise zwei Punkte zu.

Ein wenig Bewegung dürfte im Tech-Sektor anstehen. Analysten sehen manche Branchen überbewertet und rechnen mit Gewinnmitnahmen und Kursverlusten vor allem für die Chiphersteller und die Biotech-Werte. Tatsächlich notieren die Halbleiter eine halbe Stunde nach der Glocke leicht im Minus, Branchenprimus Intel verliert 0,6 Prozent. Stärkster Tech-Sektor ist erneut die Netzwerkbranche. Cisco legt 1,2 Prozent zu und liegt damit gleichauf mit dem Branchen-Index.

Die Aktie von Microsoft eröffnet stabil, obwohl erste Verkaufsdaten des neuen Betriebssystems Windows XP veröffentlicht wurden. Die Verkäufe liegen weit hinter den Erwartungen zurück.

Die Papiere der Einzelhändler stehen heute unter Beobachtung. "Black Friday", der Tag nach Thanksgiving ist traditionell einer der wichtigsten Einkaufstage in den USA und ein Indikator für das anstehende Weihnachtsgeschäft. Unternehmensmeldungen über Verkäufe am Freitag werden die Kurse stärker als gewöhnlich beeinflussen.

Zahlreiche Nachrichten kommen aus dem Pharmasektor. Der Generika-Hersteller Ivax hat die Marktzulassung für ein Diabetes-Präparat bekommen, das dem marktführenden Medikament Glucophage aus dem Hause Bristol-Myers Squibb Marktanteile abgraben soll. Papiere von Brystol-Myers Squibb geben ein Prozent ab. Da hilft auch eine Empfehlung von Morgan Stanley nicht. Die Analysten raten Pharma-Aktionären, Eli Lilly im Portfolios abzuwerten und Papier von Bristol-Myers Squibb zuzukaufen. Eli Lilly verliert ebenfalls ein Prozent.

Der Medizingerätehersteller Medtronic profitiert am Morgen von den Äußerungen der Analysten von Robertson Stephens. Die erwarten am Montag Quartalsergebnisse in Höhe der Erwartungen und nennen das Medtronic das "beste diversifizierte Medizin-Technologie-Unternehmen auf dem Markt". Medtronic gewinnt ein Prozent.

Der Energiekonzern Enron wird am Morgen von der Credit Suisse First Boston gestärkt. Die Analysten glauben an eine Zukunft des gebeutelten Konzerns, dessen Aktien in den letzten Monaten mehr als 90 Prozent an Wert verloren haben. Das Unternehmen sei deutlich unterbewertet, schreiben die Experten, die Verhandlungen mit dem übernahmewilligen Konzern Dynegy seien vielversprechend. Enron legt fast zwei Prozent zu, Dynegy verliert unterdessen leicht.

Gute Nachrichten aus dem Ölsektor entpuppen sich am Morgen als heiße Luft. Russland hat die Entscheidung über eine eventuelle Senkung der Ölfördermengen erneut vertagt. Der Ölpreis sinkt weiter. Die Förderunternehmen und Plattform-Provider, die sich in den letzten Tagen in Erwartung einer Einigung der Opec mit Russland und Mexiko leichte Gewinne verbuchen konnten, stehen erneut unter Druck. Die Branche gibt 2,5 Prozent ab.

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