Börse setzt Zeichen
Frühjahrsputz am Neuen Markt

Bis Ende April werden am Neuen Markt nur noch knapp 300 Gesellschaften notiert sein. Die Deutsche Börse AG teilte gestern sechs Unternehmen mit, dass sie Ende April vom Wachstumssegment verbannt werden.

hof FRANKFURT/M. Dabei kommt erstmals die im vergangenen Jahr beschlossene Penny-Stock-Regelung zur Anwendung. Durch den Rauswurf erfolgloser Firmen soll sich die Zahl der imageschädigenden Negativmeldungen am Neuen Markt reduzieren.

Die Androhung der Börse kam für einige Firmen überraschend, da bei GfN, Infogenie, NSE Software und Letsbuyit noch ein Berufungsverfahren gegen die Regelung ansteht. Die beiden weiteren Ausschlusskandidaten sind E.Multi und Fortunecity.

Der Aderlass an der Wachstumsbörse hat aber längst begonnen. Allein heute und morgen scheiden mit Abacho, Buch.de, Carrier 1, Elsa, Heyde, Lobster und SER sieben Gesellschaften freiwillig oder gezwungen aus dem Marktsegment aus. Damit summiert sich die Zahl der Abgänge im März bereits auf elf, nachdem die insolvente Micrologica und die angeschlagenen Blue C und Aeco das Segment verlassen haben. Camelot war nach der Übernahme durch die österreichische CLC AG freiwillig in den Geregelten Markt gewechselt. Im April werden zusätzlich mindestens die insolvente M+S Elektronik und die Concept AG vom Kurszettel des Neuen Marktes verschwinden. An Concept hat sich die Marketing-Agentur OgilvyOne mit 92 % beteiligt. 

Betroffen von der Penny-Stock-Regelung sind Gesellschaften, deren Aktienkurs 30 Tage lang unter einem Euro liegt und deren Börsenkapitalisierung 20 Mill. Euro unterschreitet. Notieren die Aktien auch in den folgenden 90 Tagen an weniger als 15 aufeinander folgenden Tagen über den Grenzwerten, dürfen sie nach Meinung der Börse verbannt werden. Allerdings ist diese Regel juristisch umstritten. So schaffte es die Darmstädter Prout AG vor Gericht, dass die Regeln auf das Unternehmen überhaupt nicht angewendet werden dürfen.

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