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Börse Stuttgart-News: 4X report

23. Juli 2004

23. Juli 2004

Marktbericht der Börse Stuttgart KW 30, 19.07. bis 23.07. 2004 Auslandsaktien

Quartalsberichte halten Anleger im Bann/Börsengang von LG Philips enttäuschend

Als dominierendes Thema dieser Handelswoche erwies sich die Vorlage der Quartalsberichte vieler großen Technologiekonzerne. In den USA gab es unter anderem Zahlen vom Internetauktionshaus Ebay (WKN 916529), vom Handy-Chiphersteller Texas Instruments (WKN 852654) und vom Handybauer Motorola (WKN 853936). "Die Zahlen waren überwiegend gut, den Investoren aber nicht gut genug", stellte Roland Hirschmüller, Chefhändler der Baader Wertpapierhandelsbank AG in Stuttgart fest. Anleger verkauften überwiegend Titel der Technologiebranche. Auch die von Microsoft (WKN 870747) angekündigte milliardenschwere Sonderausschüttung an die Aktionäre konnte den Markt nicht beflügeln. Der Nasdaq-Index fiel im Wochenverlauf um ca. 3% auf 1874 Punkte.

Im Bereich der Automobilbranche lässt sich ein neuer Trend erkennen. Das schleppend verlaufende operative Geschäft insbesondere in Europa, bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Erfreulich entwickelt sich jedoch die Finanzsparte. Beim größten amerikanischen Autobauer General Motors (WKN 850000) ist das Finanzergebnis inzwischen der wichtigste Gewinnbringer.

Am Dienstag schockierte der schweizerische Rückversicherer Converium Holding (WKN 766465) mit einer Gewinnwarnung die Finanzmärkte. Nachträglich wurden die Rückstellungen für das US-Geschäft im Bereich Haftpflichtversicherungen erhöht. Bei hohen Umsätzen verlor die Aktie in Stuttgart bis zu 50 % des Vortageswertes und fiel auf 20 Euro. Marktteilnehmer befürchteten, dass auch andere Rückversicherer von dem Problem zu geringer Reserven betroffen sein könnten. Es bestand wenig Kaufbereitschaft bei Versicherungsaktien stellte Steffen Kircher, Händler für europäische Aktien der Baaderbank, fest.

Positiv berichtete der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson (WKN 850001). Durch massive Kosteneinsparungen und erhöhter Nachfrage bei der Netzwerktechnik konnte ein Vorsteuergewinn von 849 Mio. Euro ausgewiesen werden. Nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Umsatz lag über den Prognosen. Die Aktie von Ericsson konnte dadurch ihren vor einem Jahr begonnen Aufwärtstrend weiter festigen und stieg um 10 % auf 2,40 Euro. Gegen Ende der Woche kam es zu leichten Gewinnmitnahmen.

Der Preis für die Feinunze Gold fiel im Wochenverlauf um gut 2% auf rund 397$. Im Gleichschritt stieg der US-Dollar gegenüber dem Euro auf 1,2250. Damit hat der Euro diese Woche knapp zwei Cents verloren. Der gefallene Goldpreis brachte viele Minenwerte unter Druck, z.B. die australische Minengesellschaft Newcrest Mining (873 365). Sie musste über 5% auf 8,25 Euro abgeben.

Regelrecht erschrocken hat die thailändische Großbank Krung Thai Bank (165 129) ihre Aktionäre. Die am Mittwoch veröffentlichten Quartalszahlen waren nicht einmal halb so gut wie von Analysten erwartet. Statt 3,3 Billionen thailändische Baht konnten im zweiten Quartal lediglich 1,6 Billionen Profit verbucht werden. Es folgten Downgrades von verschiedenen Banken und Investmenthäusern. Der Schlusskurs vom Donnerstag lag mit 9,75 THB oder 0,195 Euro ca. 12% unter dem Niveau vom vergangenen Freitag, was unter dem Strich jedoch einem moderaten Abschlag nach diesen Zahlen entspricht.

Einen unerwartet schlechten Start hatte das IPO von LG Philips (A0B 68Y) in New York am Donnerstag. Die ADR´s fielen an der Nyse im Low auf 13,55$ nach einem Ausgabepreis von 15$, konnten sich dann aber wieder bei rund 14,25$ stabilisieren. Dies entspricht allerdings immer noch einem Verlust von 5% am ersten Handelstag. Am Freitag werden die Originalaktien erstmals in Seoul gehandelt.

Quelle: boerse-stuttgart AG / Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen (http://www.boerse-stuttgart.de/AGB.htm) der boerse-stuttgart AG.

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