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Börse Stuttgart-News: 4X reportDPA-Datum: 2004-07-16 13:46:46

16. Juli 2004

16. Juli 2004

Marktbericht der Börse Stuttgart KW 29, 12.07. bis 16.07. 2004 Auslandsaktien

Banken-Merger in Japan löst Kursfantasien aus - Schlechte Prognosen von Intel und Nokia schocken die Märkte

Der Nikkei225 ging diese Woche so gut wie unverändert aus dem Markt. Aufsehen erregte die Ankündigung eines Mega-Mergers im Bankenbereich am Mittwoch. Die Mitsubishi Tokyo Financial Group (657 892) und UFJ (632 757) wollen sich zur weltgrößten Bank zusammenschließen und somit die amerikanische Citigroup (871 904) von ihrem bisherigen Spitzenplatz verdrängen. Während UFJ, die im allgemeinen als der schwächere Partner angesehen wird, ihre Gewinne am Donnerstag wieder abgeben musste, konnte Mitsubishi Tokyo Financial die Gewinne noch ausbauen und ging mit einem Wochengewinn von über 25% aus dem Markt. Politisch überleben konnte Japans Ministerpräsident Koizumi. Die regierende LDP verlor zwar einige Sitze im Parlament, doch die Verluste waren längst nicht so hoch wie zuvor befürchtet.

Die US-Börsen setzten diese Woche ihren Abwärtstrend fort. Der Dow-Jones-Index ging knapp behauptet aus dem Markt, der technologielastige Nasdaq Composite schwächelte und verlor knapp 2% auf 1.910 Punkte. Als Grund für den negativen Handelsverlauf wird u.a. das immer noch enorme Handelsbilanzdefizit angeführt, welches im Mai mit knapp 46 Mrd. US-Dollar immer noch nahe am Rekordhoch vom April liegt. Außerdem wurde die Finanzwelt mit einigen negativen Unternehmensprognosen überrascht. Der Chip-Gigant Intel (855 681) präsentierte diese Woche seine Quartalszahlen. Der Gewinn pro Aktie entsprach mit 27 Cents exakt den Erwartungen des Marktes. Allerdings war der Ausblick auf die nähere Zukunft verhalten. Der Markt strafte Intel dafür gnadenlos ab. Die Aktie verlor deutlich über 10%. Lucent Technologies (899 868) hingegen profitierten von einem Großauftrag von Verizon (868 402) über 5 Mrd. US-Dollar zum Aufbau eines neuen Datennetzes. Die Aktie lag gegen den Markttrend mit 4% im Plus.

Der Preis für die Feinunze Gold fiel um gut vier Dollar auf 403,50$. Der Ölpreis stieg wieder deutlich über die Marke von 38$ je Barrel und notierte zum Wochenausklang um 38,40$. Und nun die wohl wichtigste Story der europäischen Börsenlandschaft dieser Woche: Viermal im Jahr schaut die Finanzszene erwartungsvoll nach Helsinki, um der Präsentation der Quartalszahlen von Nokia beizuwohnen. Am Donnerstag war es wieder soweit. Während die Analystenprognosen für das zweite Quartal erfüllt wurden, waren die Gewinnprognosen für die nächsten Monate mehr als schwach. Der Markt erwartete für das dritte Quartal eine Prognose von mindestens 0,14 Euro je Aktie - Nokia selbst sieht allerdings nur ein Potenzial von 0,08 Euro bis 0,10 Euro . Daraufhin stürzte die Aktie bei enorm hohen Umsätzen ohne Widerstand auf unter 9,40 Euro . Dies entsprach einem Verlust von über 16%. Am Morgen notierte das Papier noch bei 11,40 Euro . Gegen Abend konnte sich die Aktie wieder bescheiden auf 9,90 Euro erholen. "Die Strategie von Nokia, durch niedrigere Gewinnmargen Marktanteile zurückzuerobern, scheint den Markt nicht positiv zu beeindrucken," kommentierte Steffen Kircher, Skandinavienspezialist der Baader Wertpapierhandelsbank AG in Stuttgart, die Top Story der Woche. Wenn die Finnen nicht bald eine vernünftige Strategie zur Gewinnstabilisierung entwickelten, würden sich bald auch die hartgesottenen Nokia-Anhänger von der Aktie verabschieden, so seine Befürchtung. "Dann lautet auch hier die Analyse: Verkaufen", sagte Kircher.

Quelle: boerse-stuttgart AG / Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen (http://www.boerse-stuttgart.de/AGB.htm) der boerse-stuttgart AG.

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