Börse von Halbjahresergebnis enttäuscht
Roche durch Genentech-Verkauf mit Gewinnsprung

Der milliardenschwere Verkauf von Aktien der US-Biotechnologiefirma stärkte den Schweizer Pharmakonzern.

Reuters BASEL. Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat im ersten Halbjahr 2000 dank Sondereinflüssen einen Gewinnsprung auf 6,2 (Vorjahr 1,4) Mrd. sfr verzeichnet. Der Umsatz habe um zehn Prozent auf 14,8 (13,4) Mrd. sfr zugenommen, teilte Roche am Donnerstag weiter mit. Roche führte das Ergebnis unter anderem auf den milliardenschweren Verkauf von Aktien der US-Biotechnologiefirma Genentech und den Anstieg des Netto-Finanzertrag um mehr als 20 % auf 1,2 Mrd. sfr zurück. Finanzchef Henri Meier, dem die über Jahre anhaltenden Erfolge beim Finanzgewinn zugeschrieben werden, kündigte auf Ende Jahr seinen Rücktritt an. Roche rechnete für das ganze Jahr mit einem guten Resultat.

Trotz des rekordhohen Ergebnisses lagen die Zahlen leicht unter den Prognosen der Analysten. Insbesondere das Wachstum in der grössten Division Pharma sei enttäuschend ausgefallen. Im Vergleich zur Vorjahresperiode sei die Pharma-Division in Lokalwährungen um zwei Prozent und in Franken um zehn Prozent auf 8,9 (Vorjahr 8,1) Mrd. sfr gewachsen. Das Wachstum von zwei Prozent gehe vor allem auf die Beteiligung an Genentech zurück, erklärte Denise Anderson, Analystin bei der Bank Sarasin.

Zu einer erwarteten Wachstumsverlangsamung beim Fettleibigkeitsmedikament Xenical gesellte sich ein Einbruch beim Antibiotikum Rocephin. Mit 840 Mill. sfr setzte Roche im ersten Halbjahr 2000 bei diesem umsatzstärksten Medikament in Lokalwährungen 16 % weniger ab. In Franken betrug der Rückgang noch neun Prozent. Roche erklärte den Rückgang mit saisonalen Faktoren. Mit dem drittwichtigsten Medikament Xenical setzte Roche 504 Mill. sfr um. Der Konzern erwartet nach eigenen Angaben kurzfristig in der Pharma-Division höhere Verkäufe. Für das Gesamtjahr rechne Roche hier in Lokalwährungen mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Bereich.

Um den Einfluss von Sonderfaktoren sichtbar zu machen, legte Roche zusätzlich adjustierte Halbjahreszahlen vor. Demnach werde der Erwerb des restlichen ausstehenden Aktien von Genentech vom Juni 1999 so dargestellt, als ob er bereits Anfang 1999 stattgefunden hätte. Aus dem späteren Verkauf von Genentech-Anteilen zu deutlich höheren Preisen resultierte im den ersten sechs Monaten 2000 ein Vorsteuergewinn von 3,9 Mrd. sfr. Zudem wurden die Werte des in diesem Jahr als Givaudan veräusserten Riechstoff- und Aromengeschäftes ausgeklammert. Der adjustierte Halbjahresumsatz stellte sich den Angaben zufolge auf 13,7 (12,4) Mrd. sfr und der adjustierte Reingewinn auf drei (2,6) Mrd. sfr. Analysten hatten mit einem Halbjahres-Reingewinn zwischen drei und 3,5 Mrd. sfr und einem Halbjahresumsatz von 13,1 bis 13,9 Mrd. sfr gerechnet.

Im gesamten Jahr 1999 hatte Roche einen Umsatz von 27,56 Mrd. sfr und einen Reingewinn von 5,76 Mrd. sfr erzielt.

An der etwas schwächeren Schweizer Börse notierten Roche gegen elf Uhr um 3,17 % schwächer auf 15 870 sfr.

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