Börsen-Ausblick
Technische Erholung am Aktienmarkt möglich

Händler meinen, dass nach den Tiefstständen durchaus eine technische Erholung in der kommenden Woche möglich ist.

vwd FRANKFURT. Statt der herbeigesehnten Jahresendrally waren in der abgelaufenen Woche neue Dax-Jahrestiefststände zu sehen. Damit ist die Hoffnung auf einen Aufschwung noch in diesem Jahr endgültig dahin. Denn zwischen den Jahren ist nicht mehr mit großen Bewegungen zu rechnen. Zudem wird die Woche in Deutschland durch Weihnachten auf drei Handelstage gekürzt. Fleissiger sind da die Amerikaner, die bereits am zweiten Weihnachtstag wieder Wall Street bevölkern werden.

Händler meinen, dass nach den Tiefstständen in der kommenden Woche durchaus eine technische Erholung möglich ist. Die Gründe, die zu dem Abrutschen der Kurse auf breiter Front führten, sind allerdings immer noch die gleichen wie vor einigen Monaten. Die Angst vor einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums in den USA und die daraus resultierende Verringerung der Dynamik bei den Unternehmensgewinnen einerseits und die Erkenntnis der Marktteilnehmer, dass sich diese Mischung in der Regel negativ auf die Aktienkurse auswirkt, belastet stärker denn je.

Negative Überraschungen aus den USA

Der lange Zeit starke US-Dollar, die gestiegenen Kreditzinsen und die bis ins vierte Quartal anhaltende Rally an den Ölmärkten haben die US-Wirtschaft deutlich gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt schwächte sich beispielsweise nach der jüngsten Revision im dritten Quartal mit einer Jahresrate von 2,2 % deutlich ab. Einige Marktteilnehemr halten ein Abgleiten in eine Rezession mittlerweile für denkbar.

Aus diesem negativen Umfeld, dass durch die abwartende Haltung der US-Notenbank noch verstärkt wurde, erwächst eine weitere Besorgnis: Im Januar beginnt die Berichtssaison der US-Unternehmen zum vierten Quartal. Bei Analysten und Händlern geht die Befürchtung um, dass dabei einige negative Überraschungen bevorstehen.

Das hat natürlich einen schlechten Einfluss auch hierzulande. So sei daran erinnert, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland in diesem Jahr stark dem Export geschuldet war. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Produkten und Dienstleistungen "Made in Germany" war dabei der schwache Euro, der Exporte verbilligte. Mittlerweile zeichnet sich auch in Deutschland und der Eurozone ein Abschwächung der Wachstumsraten ab.

Keine guten Aussichten

Alles in allem also keine guten Aussichten für die Börsen. Doch es gibt auch positive Gesichtspunkte der Konjunkturbremse, gerade in den USA. So war es erklärter Wille von US-Notenbankchef Alan Greenspan, den Boom zu dämpfen. Eine sich nun abzeichnende Entspannung am US-Arbeitsmarkt - dort steigen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe so steil wie seit zehn Jahren nicht mehr - deutet ebenso auf nachlassende Inflationsängste hin wie ein deutlich rückläufiger Ölpreis. Damit, so hoffen Kapitalmarktexperten, dürften sich die letzten Wolken am Inflationshorizont rasch verziehen. Die Hoffung wächst, dass die US-Notenbank bereits im Januar die Leitzinsen senken wird.

Ein Faktor, der für steigende Notierungen in der kommenden Woche bei ausgewählten Titel sorgen könnte, ist das Window-Dressing institutioneller Anleger zum Jahresende. Gerade Pharmatitel könnten dabei zu den Gewinnern zählen. Außerdem können, dem zweittägigen Buchungszeitraum sei Dank, ab Donnerstag bereits Orders für das neue Jahr abgesetzt werden.

In Ermangelung anderer wichtiger Termine wird sich der Blick in der letzten Woche diesen Jahres stark auf die US-Daten richten. Bereits am zweiten Feiertag stehen Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen im Dezember an. Dabei rechnen Analysten mit einem Rückgang. Am Mittwoch dann folgt die US-Frühindikatoren November und am Donnerstag die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der Index des Verbrauchervertrauens Dezember. Freitag wird der Zahlenreigen dann vom US-Einkaufsmanagerindex Chicago für Dezember beendet.

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