Börsen im Blick
Versicherer in Europa unter Druck

Nach schwachen Resultaten der zwei weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück and Swiss Re setzten Versicherungswerte die Märkte europaweit unter Druck. Der DJ Stoxx 50-Index der europäischen Standardwerte verlor 1,9 Prozent auf 2678 Punkte.

rtr LONDON. Laut Händlern lasteten auch die US-Futures, die eine leichtere Eröffnung der US-Märkte signalisieren, auf den Börsen. Ungewissheit herrsche zudem über die weitere Entwicklung der europäischen Wirtschaft. "Wir könnten in den kommenden Monaten die Tiefs vom Juli wieder testen, aber das hängt von der Entwicklung der Weltwirtschaft ab. Die jüngsten europäischen Daten waren nicht ermutigend," sagte ein Experte. Andere glauben jedoch daran, dass sich die Märkte in absehbarer Zeit erholen, da viele schlechte Nachrichten schon eingepreist seien.

Die Nummer eins in der Rückversicherungsbranche, Münchener Rück, meldete einen großen Verlust für das zweite Quartal und gab aufgrund der Marktsituation keinen Ausblick auf das Gesamtjahr. Swiss Re gaben einen Gewinnrückgang bekannt; der Konzern erklärte weiter, das Jahresergebnis hänge stark von der Entwicklung der Aktienmärkte ab. Technologiewerte waren nach einem negativen Kommentar von Morgan Stanley über den Chipsektor insgesamt schwächer. Gegen den Trend notierten Ericsson, die gegen vier Prozent zulegten.

LONDON - Die britischen Aktien gaben bei dünnen Umsätzen nach. Der FTSE-100-Index ermäßigte sich um 1,2 Prozent auf 4223,3 Zähler. Leichtere Pharmawerte und Versicherungsaktien sowie die schwachen Hilton-Papiere zogen den Markt nach unten. Hilton verloren nach einem pessimistischen Ausblick des Unternehmens 4,5 Prozent. Der Pharmasektor wurde von GlaxoSmithKline angeführt, die nach der Übernahme der slowenischen Lek durch Novartis von Befürchtungen über verstärkte generische Konkurrenz 3,2 Prozent verloren. Unter den Versicherern gaben Royal & Sun Alliance in Folge der Ergebnisse der Münchener Rück und Swiss Re 4,2 Prozent nach. Friends Provident sanken vier Prozent und Prudential gar 5,2 Prozent.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien knüpften an den Abwärtstrend vom Vortag an. Der SMI der an der virt-x gehandelten Blue Chips notierte 1,8 Prozent tiefer auf 5171 Punkten. Händler sagten, der Markt stehe unter dem negativen Einfluss der enttäuschenden Ergebnisse von Swiss Re und Holcim. Vor allem Swiss Re habe den Markt negativ überrascht. Die Aktie sackte 10,4 Prozent ab und belastete damit die ganze Branche. Zurich, Baloise und Rentenanstalt brachen markant ein. Auch die Groß- und Vermögensverwaltungsbanken verloren an Terrain. Der Zementkonzern Holcim habe die Erwartungen nicht ganz erfüllt. Der Titel sank knapp sechs Prozent.

PARIS - Angeführt von France Telecom und Versicherungswerten gab der CAC-40-Index der französischen Blue Chips 1,8 Prozent auf 3359 Zähler nach. Die Aktien der Versicherer Axa und AGF litten laut Händlern unter den Ergebnissen der Münchener Rück und verloren gegen sechs und vier Prozent. France Telecom ermäßigten sich um fünf Prozent. Investoren sorgten sich über die Forderungen des Telekomanbieters gegenüber dem deutschen Partner MobilCom. Einzelhändler Carrefour erholten sich von den Vortagesverlusten und gewannen 2,3 Prozent.

FRANKFURT - Anhaltend starke Kursverluste der Versicherer und der Technologiefirmen belasteten die deutschen Aktienmärkte erneut. Der Deutsche Aktienindex (Dax) sank 1,5 Prozent rund zwei Prozent auf 3628 Punkte. Im Mittelpunkt des Handels standen nach der Vorlage von Geschäftszahlen die Papiere der TUI und der Münchener Rück. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück ist im zweiten Quartal 2002 wegen Abschreibungen für die defizitäre US-Tochter American Re wie erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Die Aktie verlor fünf Prozent. Die Aktien des Reisekonzerns TUI legten knapp ein Prozent zu. Mit den Zahlen zum zweiten Quartal übertraf TUI die Erwartungen der Analysten. Unter starken Druck gerieten die Titel von Allianz und Infineon.

AMSTERDAM - Die Aktien der Benelux-Länder notierten schwächer, mit Ahold und ASML als Wegweiser nach unten. Der AEX-Index der Amsterdamer Börse gab 2,1 Prozent nach auf 369 Zähler, während der Brüsseler Bel-20 1,5 Prozent auf 2,257 Punkte verlor. Die Titel des Einzelhändlers Ahold notierten nach Vorlage eines Quartalsverlustes 2,2 Prozent tiefer. ASML ermäßigten sich um 4,4 Prozent. Händler verwiesen auf die Senkung des Kurszieles durch Morgan Stanley sowie auf einen negativen japanischen Zeitungsbericht über ASML-Konkurrent Nikon.

MAILAND - Angeführt von schwachen Finanzwerten notierte der Mib30-Index der italienischen Standardwerte 1,5 Prozent schwächer bei 25 584 Punkten. Zu den größten Verlierern gehörten die Aktien der Bank Capitali mit minus 2,3 Prozent und des Versicherers Generali mit einem Minus von vier Prozent. Schwächer waren auch etwa Fineco, IntesaBCI, oder Alleanza.

MADRID - Die spanischen Aktien litten unter Sorgen über die weitere Entwicklung der iberischen Konjunktur nach Veröffentlichung von BIP-Zahlen etwas unter den Erwartungen. Der Ibex-35 gab 1,1 Prozent nach auf 6404 Zähler. Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Central Hispano verloren 1,3 und 2,3 Prozent. Iberia ermäßigten sich um 2,7 Prozent und Repsol um 0,2 Prozent.

STOCKHOLM - Eine anhaltend schlechte Stimmung im Technologiesektor und enttäuschende Nachrichten von großen europäischen Unternehmen führten die skandinavischen Märkte ins Minus. Der DJ Stoxx Nordic Index verlor 1,7 Prozent auf 241 Punkte. Der IT-Wert Merkantildata verlor 6,1 Prozent, der Internetberater WM-data 2,2 Prozent und Nokia 3,2 Prozent. Die Aktien des Versicherers Skandia verloren 6,6 Prozent.

WIEN - Ein weiterer Reigen von veröffentlichten Halbjahres-Ergebnissen prägte das Geschehen an der Wiener Börse. Der ATX-Index verlor 0,9 Prozent auf 1114 Punkte. VA Technologie verloren 3,6 Prozent. "Die Zahlen waren wie erwartet schwach", sagten Börsianer. Flughafen Wien gewannen dagegen zwei Prozent. Das Unternehmen habe mit dem Ergebnis die Schätzungen der Analysten getroffen.

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