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Börsen in New York uneinheitlich

Sehr sprunghaft zeigten sich die Börsen zum Wochenausklang. Während die Nasdaq die meiste Zeit über um den Vortagesschlusstand pendelte, legte der Dow den zweiten Tag in Folge in der letzten Handelsstunde eine kleine Rallye hin. Der Dow verbesserte sich um 0,9 Prozent oder 82 Punkte auf 9545. Der Nasdaq Composite gab 7 Punkte auf 1769 ab.

Angesichts der vielen belastenden Meldungen halten sich die Kursbarometer beachtlich. Ob Milzbrand-Erreger, schwache Wirtschaftsdaten oder Riesenverluste bei Industriegiganten: Letztlich kehrte in dieser Woche ein bisschen mehr Vertrauen in die Märkte. Vertrauen auch darauf, dass der Boden erreicht ist und Anfang kommenden Jahres die Wirtschaft wieder anziehen wird.

Die Blue Chips Caterpillar , General Electric , General Motors und Honeywell waren die Stütze des Marktes. Hingegen wollten Einzelhandelspapiere und Pharmawerte nicht mit nach oben ziehen. Salomon Smith Barney hat sich skeptisch über Pharmatitel - insbesondere Pfizer - geäußert.

Schlechte Nachrichten kamen schon vor der Markteröffnung aus Europa. Das Mobilfunkunternehmen Ericsson hat einen größeren Verlust erwirtschaftet als zuvor vermutet. Die Umsätze werden in 2002 vielleicht weiter fallen, um bis zu zehn Prozent, prognostiziert das Unternehmen. Davon war insbesondere die Technologiebörse Nasdaq betroffen, hier werden viele Unternehmen rund um Telekommunikation gehandelt. Dies ist der größte Sektor an der Nasdaq.

Von einer Konsolidierung scheint JDS Uniphase noch weit entfernt. Das weltweit größte Glasfaserunternehmen hat einen deutlich höheren Verlust ausgewiesen, als dass Analysten für möglich hielten. Mit Sonder- und Einmalbelastungen hat das Unternehmen 1,2 Mrd. Dollar verloren. Der Umsatz hat sich dabei mehr als halbiert. Doch der Negativ-Nachrichten nicht genug: auch die Vorhersage für den Geschäftsverlauf ist düster. JDS Uniphase rechnet mit einem weiteren Umsatzrückgang. Kunden, dazu gehören Cisco Systems und Nortel Networks, würden zunächst ihre Lager räumen, bevor sie neue Produkte orderten, hieß es. Dementsprechend verlor die Aktie zwölf Prozent.

Amgen hat deutlich schlechtere Quartalszahlen vorgelegt als die meisten Konkurrenten der Biotechnologiebranche. Der Gewinn ist im abgelaufenen dritten Quartal leicht gefallen, der Umsatz ist nur unwesentlich in die Höhe gegangen. Belastend wirkte sich nach Angaben Amgens ein kostspieliger Rechtsstreit mit dem Pharmaunternehmen Johnson & Johnson aus. Die Investoren griffen nur müde zu und hievten das Papier zwei Prozent höher.

Die US-Regierung möchte, zusammen mit Großbritannien, eine neue Generation von Kampfjets bauen. 200 Milliarden Dollar ist das Volumen dieses Vorhabens. Boeing hatte gute Chancen, doch Konkurrent Lockheed Martin kam zum Zug. Nach Börsenschluss wurde die Entscheidung bekannt gegeben. In Hoffnung auf den Auftrag stieg die Boeing-Aktie im Tagesverlauf um fünf Prozent.

Das Verbrauchervertrauen hat sich seit September wieder etwas erholt. Nach Ansicht der Börsianer hätte es ruhig einen etwas größeren Anstieg geben dürfen, aber immerhin rutschte der entsprechende Index nicht noch weiter ab. Konsumenten blicken nun etwas zuversichtlicher in die Zukunft, als noch vor einigen Wochen. Steigt das Vertrauen, steigen auch die Ausgaben. Normalerweise. Aber die Amerikaner zeigen sich nach wie vor sehr zurückhaltend mit dem Kauf neuer Autos oder anderer Waren.

Im Wochenvergleich haben Dow (+3,7%) und Nasdaq (+5,8%) gut zugelegt. Für den Dow ging es in den vergangenen fünf Wochen vier Mal nach oben.

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