Börsen von Greenspan-Rede unbeeindruckt
Dax rutscht nach US-Eröffnung tief ins Minus

Nach einer schwachen Tagesentwicklung ist der Dax am Dienstagnachmittag tiefer ins Minus gerutscht. Negativer Einfluss ging vor allem von der Eröffnung der US-Börsen aus. Bis zum Abend konnte sich der deutsche Aktienmarkt davon nicht erholen.

dpa-afx FRANKFURT/M. Der Dax stand schließlich bei 5 688 Punkten - ein Abschlag von 1,79 Prozent. Angängliche Gewinne am Neuen Markt schmolzen zusammen, je weiter die US-Technologiebörse Nasdaq ins Minus rutschte. Der Nemax 50 stand am Abend bei 1093 Punkten. Das war nur noch ein Plus von 1,02 Prozent. In der Spitze hatte der Index bis auf 1 120,57 Zähler angezogen. Der MDax gab 0,42 Prozent auf 4 627 Zähler ab.

Die Hoffnung auf freundliche US-Börsen sei geschwunden, als die ersten US-Unternehmen Quartalszahlen bekannt gaben, sagte ein Händler. Besonders Lucent Technologies habe enttäuscht. Weltweit reagierten die Aktien auf eine gute oder schlechte Nachricht mit kollektiven Ausschlägen in die gleiche Richtung.

Einen "Greenspan"-Effekt hat es an den deutschen Börsen weder im positiven noch im negativen Sinn gegeben. Der Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan, hatte seine skeptische Haltung zur US-Konjunktur wiederholt und erneut Zinssenkungen in Aussicht gestellt.

MLP verzeichneten auch am zweiten Tag ihrer Notierung im Dax die meisten Kursverluste. Die Aktien des Finanzdienstleisters brachen um 9,38 Prozent auf 88,99 Euro ein.

Siemens: Schlechte Zahlen erwartet

Siemens büßten 6,98 Prozent auf 56,65 Euro ein. Am Markt wird befürchtet, dass die für diesen Mittwoch angekündigten Zahlen des Elektronik-Konzerns schlecht ausfallen. Die Konkurrenz aus der Schweiz habe bereits ein Negativ-Beispiel geliefert, sagte ein Händler. ABB musste im ersten Halbjahr 2001 einen Gewinneinbruch hinnehmen.

Die Aktien von Epcos notierten 1,17 Prozent unter Vortagsniveau und kosteten 52,30 Euro. SAP verloren 1,87 Prozent auf 157,00 Euro. Dem Softwarekonzern droht nach der Korrektur der Quartalszahlen ein Bußgeld von bis zu drei Millionen DM. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel ermittelt, ob SAP seine Ad-hoc-Mitteilungspflicht verletzt habe.

Neue Spekulationen, wonach sich das Investment Banking der Deutschen Bank im ersten Halbjahr schlechter als bisher entwickelt habe, ließen den Kurs der größten deutschen Bank fallen. Die Anteilsscheine der Großbank verloren 2,94 Prozent auf 78,00 Euro.

Frensius Medical Care gewinnt

Ganz oben auf der Gewinnerliste standen Fresenius Medical Care, die 3,17 Prozent gewannen und damit 84,49 Euro kosteten. Die US- Investmentbank Goldman Sachs hatte den Titel auf ihre Empfehlungsliste gesetzt. Inmitten eines schwachen Marktes und weitgehend fallender Kurse der Technologie waren auch andere defensive Werte fest: Henkel stiegen um ein Prozent, MAN um 0,51 Prozent.

Normalerweise gehöre auch die Deutsche Post zu den Titeln, die steigen, wenn die Technologieaktien fallen, sagte ein Händler. Derzeit leide die "Aktie Gelb" aber unter der Spekulation, die Bundesregierung könnte sich von weiteren Anteile trennen. Post - Papiere verloren 1,68 Prozent auf 18,19 Euro.

Auch an den Märkten in London und Paris fielen die Kurse. Der EuroStoxx 50 gab 1,1 Prozent auf 3 934 Zähler ab. Der Dow Jones verlor 1,15 Prozent auf 10 304 Stellen. Die Kurse an der Nasdaq fielen im Handelsverlauf zurück ins Minus und drückten den Composite-Index um 0,67 Prozent auf 1 975 Zähler.

Rentenmarkt

Der Rentenmarkt war nahezu unverändert. Der Bund Future gewann 0,1 Prozent auf 107,78 Zähler, der Rex stand nach wie vor bei 112,56 Punkten. Die Umlaufrendite sank von 4,83 Prozent auf 4,82 Prozent. Der Kurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8708 (Montag: 0,8676) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2460 (2,2543) DM.

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