Börsen weiter auf Talfahrt
Finanztitel geraten europaweit unter die Räder

Europas Börsen haben am Montag die Talfahrt der Vorwoche fortgesetzt und zur Handelshälfte schwächer tendiert. Der DJ Stoxx50-Index sank 0,6 Prozent auf 2342 Punkte.

Reutes FRANKFURT. Händler erklärten, die negativen Vorgaben der US-Aktienmärkte vom vergangenen Freitag, die anhaltenden Sorgen um die weltweite Konjunkturentwicklung sowie wieder aufkeimende Ängste vor einem neuerlichen Krieg in Irak belasteten die Märkte.

Am härtesten trafen die Abgaben einmal mehr Versicherungs- und Bankwerte, die laut Marktteilnehmern unter den Ankündigungen vom Abbau von Stellen sowie unter Spekulationen um unsichere Kredite und Ertragsprobleme sowie um mögliche Zusammenschlüsse litten. Credit Suisse Group bauten die markanten Verluste der letzten beiden Handelstage weiter aus und gaben um sieben Prozent nach. Händler verwiesen auf Befürchtungen, dass einer der Hauptaktionäre, die BZ Gruppe, sich wegen finanziellen Schwierigkeiten von seinen Beteiligungen an der CS Group trennen könnte. Die Aktien der deutschen Commerzbank verloren vier Prozent. Händler verwiesen dabei auf Berichte über finanzielle Probleme bei der Bank. Deutsche Bank ermäßigten sich um 2,5 Prozent.

Unter Abgaben litt auch der Technologiesektor. Die Titel des Herstellers von Geräten für die Chipindustrie ASML brachen um 8,4 Prozent ein. Zuvor hatte UBS Warburg das Rating für ASML auf "sell" von zuvor "hold" reduziert. Die Philips-Aktie verlor um 4,5 Prozent.

Die Papiere des niederländischen Einzelhandelsunternehmens Buhrmann verloren über einen Drittel an Wert. Zuvor hatte Buhrmann die mittlerweile dritte Gewinnwarnung im laufenden Jahr bekannt gegeben.

LONDON - Die Londoner Aktienbörse notierte belastet von Finanz- und Pharmawerten über dem Tagestief schwächer. Der FTSE 100-Index notierte noch 0,5 Prozent tiefer auf 3797 Zähler. Bankenwerte waren zunächst schwach. Übernahmespekulationen beflügelten jedoch Abbey National, die 7,2 Prozent stiegen. Dies gab auch andern Werten wie Lloyds und HBOS Auftrieb, die nach einem schwachen Start 1,6 fester und gehalten waren. Unter Druck standen dagegen Glaxo Smith Kline, die 2,3 Prozent einbüßten. Zuvor hatte UBS Warburg die Titel des Pharmakonzerns auf "hold" von "buy" zurückgestuft. Gemieden wurden auch British American Tobacco (BAT), die fünf Prozent verloren.

ZÜRICH - Weitere zum Teil starke Kursverluste bei den Finanzwerten haben am Montag erneut zu einem Kursrückgang bei den Schweizer Aktien geführt. Der Blue Chip-Index SMI notierte 1,3 Prozent tiefer bei 4617 Punkten. Unter den schwachen Finanzwerten litten einmal mehr die Aktien der Credit Suisse Group besonders stark. Sie erreichten bei 19,35 sfr ein neues Mehrjahrestief und notierten noch um sieben Prozent tiefer. Aber auch andere Banken litten unter den schlechten Stimmung im Markt. So verloren UBS drei Prozent und Vontobel sieben Prozent. Adecco litten unter einer Rückstufung und verloren sieben Prozent.

PARIS - Die Pariser Börse tendierte belastet von Technologiewerten wie Alcatel und Cap Gemini schwächer. Der CAC 40-Index büßte 0,5 Prozent auf 2752 Zähler ein. Alcatel bauten die Verluste der Vorwoche weiter aus und ermäßigten sich um zwei Prozent. Am Freitag hatte ein pessimistischer Kommentar von CEO Serge Tchuruk zur Geschäftsentwicklung den Wert belastet. Die Titel des IT-Beraters Cap Gemini verloren 3,9 Prozent. Händler verwiesen dabei auf Spekulationen, wonach das Unternehmen seine Finanzprognose reduzieren könnte.

BENELUX - Auch die Benelux-Börsen notierten in der Verlustzone. Der Amsterdamer AEX-Index verlor 0,4 Prozent auf 305 Punkte und der Brüsseler BEL20 fiel um 0,6 Prozent auf 1848 Zähler. Im Minus standen die Techwerte ASML und Philips, die 8,4 und 4,5 nachgaben. ABN Amro waren 2,8 Prozent schwächer. Andere Finanzwerten holten frühe Verluste auf. So lagen Fortis zwei Prozent im Plus. Größter Verlierer in Amsterdam waren die Titel von Buhrmann, die nach einer Gewinnwarnung 35 Prozent nachgaben.

MAILAND - Die Börse Mailand machte frühe Verluste wett. Der Mib30-Index war unverändert auf 21 547 Zählern. Bankenwerte tendierten mehrheitlich im Minus. Capitalia bauten die markanten Verluste der Vorwoche weiter aus und ermäßigten sich um vier Prozent. Fineco verloren drei Prozent. Gemieden wurden auch die Aktien des Autobauers Fiat, die über zwei Prozent schwächer notierten.

MADRID - Auch der Ibex35-Index der Madrider Börse konnte den schwachen Start größtenteils korrigieren und lag knapp gehalten auf 5495 Punkten. Händler erklärten, die mit Spannung erwartete erste Runde in der Wahl des brasilianischen Präsidenten sei nicht so schlimm wie befürchtet ausgefallen. Immerhin müsse der Kandidat der Linken, Luiz Inacio Lula da Silva, in die zweite Runde. Bei den Banken verloren Banco Bilbao Vizcaya Argentaria 1,5 Prozent. Santander Central Hispano waren gehalten. Für etwas Aufhellung sorgten Telefonica, die 1,3 Prozent zulegten.

SKANDINAVIEN - Der DJ StoxxNordic-Index der skandinavischen Börsen gab 1,8 Prozent auf 209 Zähler nach. Als Kurstreiber nach unten erwiesen sich Finanz- und Technologietitel. Der Versicherungswert Skandia büßte fünf Prozent ein. Bei den Technologiewerten fielen Nokia um 1,3 Prozent und Ericsson um sechs Prozent.

WIEN - Der Wiener ATX-Index sank um 1,7 Prozent auf 1026 Punkte. Erste Bank bauten die Verluste vom vergangenen Freitag weiter aus und ermäßigten sich um 3,5 Prozent. VA Technologie sanken um 3,2 Prozent. Telekom Austria gaben um 0,7 Prozent nach.

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