Börsenbrief: Rote Zahlen nicht ausgeschlossen
MLP äußert sich nicht zu Spekulationen

Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP hat eine Stellungnahme zu den Spekulationen eines Börsenbriefs abgelehnt, wonach er womöglich auch seine reduzierten Prognosen nicht einhalten kann.

Reuters HEIDELBERG/ FRANKFURT."An Spekulationen beteiligen wir uns nicht, schon gar nicht, wenn sie von Herrn Prior kommen", sagte ein Sprecher am Mittwoch in Heidelberg. Der Börsenbrief "Prior Börse" des Frankfurter Journalisten Egbert Prior hatte zuvor unter Berufung auf Branchenkenner berichtet, das dritte Quartal bei MLP sei "grottenschlecht" verlaufen. Der Versicherungs- und Finanzvermittler werde seine im August auf 100 von 195 Mill. Euro vor Steuern gesenkte Gewinnprognose für 2002 nochmals nach unten korrigieren müssen.

Die MLP-Aktien verloren mehr als zehn Prozent auf 11,13 Euro, was Händler mit der Verunsicherung nach dem Bericht begründeten.

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Doch Eingeweihte fürchten inzwischen sogar, dass MLP in die roten Zahlen rutscht", hieß es in dem Börsenbrief weiter. MLP verwies auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen am 15. November. Das Geschäft mit fondsgebundenen Lebensversicherungen sei entgegen dem Prior-Bericht weiter intakt, sagte der Sprecher. "Es trifft nicht zu, dass unser Geschäft eingebrochen ist", betonte er. Die Kunden des Finanzvermittlers, die im Durchschnitt 34 Jahre alt seien, verstünden die Lebensversicherung als langfristige Anlage und ließen sich nicht kurzfristig durch die Börsen-Baisse verunsichern. Mit Blick auf den bei den meisten Versicherern eher schleppend angelaufenen Verkauf der Riester-Rente setze MLP auf das vierte Quartal, sagte der Sprecher.

Gerücht löst Kursverluste aus

MLP hatte gegen den Herausgeber des Börsenbriefs vor einigen Wochen eine einstweilige Verfügung erwirkt, nachdem dieser über eine angebliche fingierte Lebensversicherung über eine Milliarde Euro berichtet hatte, die MLP-Gründer Manfred Lautenschläger abgeschlossen habe, um das Ergebnis von MLP mit Hilfe der Provisionen zu schönen.

Händler begründeten die starken Kursverluste der MLP-Aktie am Mittwoch mit dem Bericht des Börsenbriefes. "Da gibt es Gerüchte über eine angebliche Gewinnwarnung, die durch einen Bericht von Prior Börse ausgelöst wurden. Ein Wert wie MLP, in dem seit dem Kursrutsch sehr viele Zocker aktiv sind, reagiert darauf besonders stark", sagte ein Händler. Zu Jahresbeginn waren die Papiere noch mit mehr als 83 Euro gehandelt worden, ehe sie bis auf sechs Euro fielen und damit die Mitgliedschaft von MLP im Dax gefährdeten.

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