Börsenflaute hält an
Jeder dritte Comdirect-Mitarbeiter muss gehen

Deutschlands größter Online-Broker comdirect bank erwartet kein Ende der Börsenflaute und baut 370 von 1 029 Arbeitsplätzen ab. Dabei hofft die Commerzbank-Tochter, ohne betriebsbedingte Kündigungen auszukommen.

HB FRANKFURT/MAIN. "Diejenigen, die bis Ende des Jahres freiwillig gehen, werden finanziell ein klein wenig besser gestellt als jemand, dem wir nach Ablauf dieser Frist kündigen müssen", sagte Vorstandschef Achim Kassow am Dienstag in Frankfurt.

Der Internet-Wertpapierhändler aus Quickborn bei Hamburg will mit dem Personalabbau und anderen Maßnahmen, ab 2004 jährlich 44 Millionen Euro einsparen. Dies sind 27 Prozent der Gesamtkosten. Im Jahr 2002 belastet das Sparprogramm die Bilanz aber zunächst mit 32 Mill. Euro. Die Kunden würden trotz der Maßnahmen keinen schlechteren Service bekommen, versprach der Vorstandsvorsitzende.

Durch die Einsparungen soll das Kerngeschäft der Comdirect bank AG ab 2004 in die schwarzen Zahlen kommen. Der Vorstandschef versprach ein Plus von 50 Mill. Euro. In diesem Jahr würden die neuen Maßnahmen noch ein Minus von 22 Mill. Euro im Kerngeschäft verursachen. Im ersten Halbjahr hatte nur der Verkauf von Auslandstöchtern das Minus im eigentlichen Geschäft ausgeglichen und dem Konzern einen Vorsteuergewinn von 2,5 Millionen Euro gebracht. Eine Prognose für das Ergebnis in diesem Jahr machte Kassow nicht.

Es helfe angesichts der Börsenschwäche nicht, "mit ruhiger Hand auf bessere Zeiten zu hoffen". Die Internet-Wertpapierhändler müssten ihre Hausaufgaben erledigen. Dabei sei das Ziel "Ergebnis, Ergebnis, Ergebnis". Der Markt der Online-Broker sei prinzipiell jedoch in Ordnung. "Es ist keine Laune der Natur, sondern ein nachhaltiges Geschäftsmodell". Bei Comdirect gab es in den ersten sechs Monaten einen zweiprozentigen Rückgang in der Kundenzahl, einen zwölfprozentiges Minus bei den Aufträgen und ein Rückgang von elf Prozent beim betreuten Vermögen.

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