BÖRSENFUSION
Euronext schließt auch volle Fusion mit LSE nicht aus

Reuters FRANKFURT, 28. NOV. Die Dreiländerbörse Euronext erwägt offenbar auch eine volle Fusion mit der London Stock Exchange (LSE). Die Fusionsbörse Euronext sei offen gegenüber einer engeren Zusammenarbeit mit der (LSE), sagte Olivier Lefebvre, Board-Mitglied der Dreiländerbörse am Dienstag in Brüssel am Rande einer Euronext-Konferenz. Dies schließe auch einen vollen Zusammenschluss beider Finanzmärkte ein. Allerdings sei es möglich, dass die Londoner Finanzwelt hingegen ein Zusammengehen mit der US-Börse Nasdaq bevorzuge. Euronext ist der Zusammenschluss der Börsen von Paris, Amsterdam und Brüssel.

"Euronext ist der ideale Partner für London, und wir sind offen für Diskussionen über die verschiedensten Szenarien bis hin zu einer vollen Fusion," sagte Lefebvre. Erst am Sonntag hatte dagegen der Bürgermeister der Stadt London gesagt, die US-Technologiebörse Nasdaq sei ein bevorzugter Allianz-Partner für die LSE, aber dies nicht unter Ausschluss von anderen.

Zunächst wollten sich die Deutsche Börse und die LSE zur Fusionsbörse "iX" zusammenschließen. Das Vorhaben wurde jedoch nach der überraschenden Übernahmeofferte des schwedischen Börsenbetreibers OM Gruppen wieder aufgegeben. Das OM-Vorhaben wurde mittlerweile von der LSE erfolgreich abgewehrt. Seit dem Ende des "iX"-Projektes steht die Londoner Börse im Mittelpunkt von Übernahme- und Fusionsspekulationen, wobei neben der Euronext immer wieder auch die US-Technologiebörse Nasdaq genannt wird.

Spielräume eröffnen sich permanent

"Es gibt immer Spielraum für eine Allianz," sagte Lefebvre weiter. In machen Fällen schaffe dies mehr Wert als eine Fusion. Die Fragmentierung der Börsenlandschaft sei aber zu stark, um nur über Allianzen zu sprechen. Dies schließe indes nicht aus, dass man auch beides machen könne, sagte das Euronext-Board-Mitglied. Bereits seit einigen Wochen versucht die Dreiländerbörse, sich der LSE als ein attraktiver Partner zu präsentieren. In der vergangenen Woche hatte zuletzt Euronext-Chef Jean-Francois Theodore noch einmal das Interesse an einer Zusammenarbeit mit der LSE bekundet.

Die Nachfrage nach günstigerem grenzüberschreitenden Handel, Clearing und Settlement ist nach Einschätzung von Börsianern seit geraumer Zeit die treibende Kraft für die Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%