Börsengang 2001
Leo Kirch kontrolliert Medienimperium rund um Film, TV und Fußball

dpa MÜNCHEN. In mehr als 40 Jahren hat der Münchner Medienmagnat Leo Kirch einen der größten europäischen Film- und Fernsehkonzerne aufgebaut. Anfang 1999 ordnete der Firmenchef sein weit verzweigtes Imperium neu, um den Einstieg von finanzkräftigen Partnern und den Börsengang 2001 für seine Kerngruppe zu ermöglichen. So beteiligte sich der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch Ende des vergangenen Jahres für 2,9 Mrd. DM mit 24 Prozent an dem Bezahlfernsehen Premiere World. Nach wie vor hält aber der 73- jährige Kirch alle entscheidenden Fäden selbst in der Hand.

Seit dem Umbau ruht der Konzern auf drei Säulen: Die Kirch Media bündelt das profitable Kerngeschäft mit Film- und TV-Produktion, Programmlizenzen und Sportrechtehandel. Vor allem aber gehören Beteiligungen an Sendern wie ProSieben, SAT 1, Kabel 1, N24 und DSF dazu. Im vergangenen Herbst hatte die Kirch-Gruppe auch offiziell das Ruder bei ProSieben übernommen. Leo Kirchs Sohn Thomas gab seine Mehrheitsanteile an der Pro Sieben Media AG, zu der auch Kabel 1 gehört, an die Kirch-Gruppe ab.

Zur zweiten Dachgesellschaft, Kirch PayTV, zählt der Abo-Kanal Premiere World, der aus dem Zusammenschluss von Premiere und DF1 hervorging. Die dritte Holding, Kirch Beteiligungen, umfasst die Anteile am Axel Springer Verlag (40,08 Prozent ), am Medienkonzern Constantin Film und die Entwicklung der Decoder für das Pay-TV.

Im deutschsprachigen Raum ist die Münchner Kirch-Gruppe führender Film- und TV-Programmanbieter. Ihr Programmumfang wurde zuletzt mit allein mehr als 11 250 Filmtiteln und über 40 000 Stunden Serien angegeben. Die Kirch-Gruppe besitzt 50 Prozent an der Sportrechteagentur ISPR, die unter anderem die TV-Rechte der Fußball- Bundesliga hält. Zudem kaufte Kirch für 3,4 Mrd. DM die Übertragungsrechte der Fußball- Weltmeisterschaften für Europa in den Jahren 2002 und 2006.

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