Börsengang der AIG International Real Estate soll auf jeden Fall durchgezogen werden
AIG-Angebot zielt auf Fondsanleger

Beim bislang größten Börsendebüt des Jahres in Deutschland werden zwar formell Aktien angeboten. Das Konzept der neu gegründeten Immobilientochter des US-Versicherungskonzerns AIG richtet sich aber an Investoren mit einer Vorliebe für Immobilien, die bislang in Fonds engagiert waren.

hof FRANKFURT/M. Zuversicht auf der ganzen Linie. Unternehmens- und Bankenvertreter ließen gestern in Frankfurt keine Zweifel aufkommen: Der in diesem Jahr größte geplante Börsengang in Deutschland werde durchgezogen - der schlechten Börsenstimmung und dem Scheitern der Kapitalerhöhung beim Konkurrenten B & L Immobilien zum Trotz. "Wir sind absolut überzeugt, dass es trotz des Umfeldes funktioniert", sagte Vorstandsmitglied Conradin Schneider. Bis zu 500 Mill. Euro will die AIG International Real Estate GmbH & Co. KGaA (AIG-IRE) bei Investoren in Europa und Asien einsammeln. Interessant ist das Angebot aber nur für Anleger, die bereit sind, für das Versprechen hoher Renditen gegenüber Immobilienfonds auch größere Risiken zu akzeptieren, glaubt Thomas Effler von der Commerzbank.

Garant für den Erfolg des Börsenganges soll der gute Name des Konzerns, sein Know How, die Kunden und das AAA-Kreditrating sein. AIG American International Group Inc. ist einer der größten Versicherer der Welt mit einer Börsenkapitalisierung, die fast vier Mal so hoch ist wie die der Allianz AG. "Eine solche Gesellschaft setzt nicht ihre Reputation auf?s Spiel", glaubt Jobst Bartmer vom Konsortialführer LBBW. Außerdem werde sich AIG Inc. mit mindestens 10 % an der Kapitalerhöhung beim Börsengang beteiligen und zu gleichen Bedingungen wie die freien Aktionäre ins Risiko gehen. Außer dieser Nähe zum Versicherungsriesen ist die noch junge AIG-IRE mit geringen Werten ausgestattet: Kaum Kapital und sechs Mitarbeiter, der Rest ist Zukunftsmusik.

Denn gestartet werden soll das Geschäft erst mit den Mitteln aus dem Börsengang. Das Konzept ist auf das Engste mit AIG verbunden. Kern bildet das Vertragswerk mit der international agierenden AIG-Immobiliengruppe. Diese muss dem Börsenaspiranten jedes seiner neuen Objekte - aktuell sind weltweit 388 Immobilien im Bestand - anbieten. Das AIG-IRE-Management entscheidet dann, ob sich die Gesellschaft als Co-Finanzierer beteiligt. Ausgesucht und abgewickelt werden die Objekte weltweit von 300 Spezialisten. Dieses Vorrecht lässt sich die AIG mit einer jährlichen Managementgebühr von 2 % bezahlen. Zudem erhält sie ein Fünftel des Wertzuwachses, der erzielt wird. Andere Kosten entstehen für die AIG-IRE nicht.

Eine solche Konstruktion richtet sich vor allem an Investoren, die in Immobilienfonds engagiert sind. Der hohe Grad der Internationalisierung, verbunden mit der Möglichkeit, jederzeit aus der Investition auszusteigen, seien die Vorteile gegenüber alternativen Angeboten, sagte Schneider. AIG-IRE verspricht hohe Renditen von mindestens 15 % auf Objektebene. Nicht zuletzt die Schicksalsgemeinschaft mit AIG und der hohe Anteil an Projekt-Fremdfinanzierungen steigern aber auch das Risiko.

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