Börsengang der Ros Business Consulting soll ein positives Signal setzen und 13 Millionen Dollar in die Kassen fließen lassen
Medien- und Internet-Firma geht an Moskauer Börsen

Klein, aber fein. So lässt sich der erste russische Börsengang eines neu gegründeten Unternehmens umreißen. Mit Ros Business Consulting (RBC) gibt zudem erstmals eine Medien- und IT-Firma ihre Aktien aus - und zwar zugleich an den beiden, oftmals verfehdeten Moskauer Börsen RTS und MMWB. Bisher werden dort nur Papiere privatisierter, früherer Staatsbetriebe gehandelt. RBC ist das erste wirkliche "Start-Up", das den Gang an den russischen Aktienmarkt wagt.

mbr MOSKAU. "Wir wollen ein positives Signal mit unserem Börsengang setzen", begründet RBC-Chef German Kaplun den Schritt. "Wenn wir erfolgreich auf dem Aktienmarkt starten, folgen viele Firmen. Der Markt für Wirtschaftsinformationen in Russland wächst und wir bekommen neue Kunden." RBC wurde 1993 gegründet und hat inzwischen 500 Mitarbeiter (darunter 260 Journalisten und 150 Programmierer. Die Gesellschaft ist nach eigenen Angaben Marktführer bei Wirtschaftsinformationen im Internet (www.rbc.ru) und führender russischer Anbieter kundenorientierter IT-Lösungen.

Klein, aber fein sieht auch die RBC-Bilanz aus: Bei 17 Mill. $ Umsatzerlösen im Jahr 2001 wurde ein Reingewinn von 6,3 Mill. $ erzielt. Diese hohe Profitmarge soll beibehalten werden. Für dieses Jahr rechnet die Firma mit 26,1 Mill. $ Umsatz und 9 Mill. $ Gewinn.

"Das ist erstmals eine Aktie, die nicht aus den die russische Börse maßgeblich bestimmenden Öl- und Metall-Sektoren kommt", lobt Jewgenij Jurjew das Initial Public Offering (IPO), das seine Moskauer Investmentbank Aton leitet. 16 % der 100 Mill. RBC-Aktien konnten bis gestern gezeichnet werden. Eine Bookbuildungspanne wurde nicht genannt. Spekuliert wurde über einen Preis von 0,82 $ je Aktie. Insgesamt sollen 13 Mill. $ in die RBC- Kassen durch den Börsengang fließen, um "aggressiv wachsen zu können und bald ein Milliarden-Konzern zu werden", wie Chairman Kaplun ankündigte.

Das Wirtschaftsblatt "Kommersant" rechnet mit "einer erfolgreichen Platzierung, da alle institutionellen Anleger bei diesem ersten rein russischen IPO dabei sein wollen". Ein westlicher Fondsmanager winkt indes ab: "Viel zu klein, da baut sich kein liquider Markt auf."

Wie erfolgreich die Russen derzeit die Aktienmärkte erobern, zeigte bereits Anfang Februar der Gang des Moskauer Lebensmittelkonzerns Wimm-Bill-Dann an der New Yorker Börse: Wer zu 19,50 $ eine Zuteilung bekam, kann sich über einen guten Kursverlauf freuen. Die Aktie liegt heute bei 24,90 $.

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