Börsengang geplant
Bund will Bundesdruckerei an britische Apax verkaufen

rtr BERLIN. Die staatliche Bundesdruckerei wird voraussichtlich für etwa 2 Mrd. DM an die britische Risikokapitalgesellschaft Apax Partners verkauft. Das Bundesfinanzministerium teilte am Donnerstag in Berlin mit, die Unterzeichnung des Kaufvertrags mit Apax, die das höchste Gebot aller Interessenten abgeben habe, werde kurzfristig angestrebt. Das Unternehmen, das bereits an der Privatisierung der Tank & Rast AG beteiligt war, plant nach Angaben des Ministeriums einen Börsengang der Bundesdruckerei. Arbeitsplätze und Standorte seien gesichert. Der Verkauf der Druckerei für 2 Mrd. DM läge über den bisherigen Erwartungen, die einen Erlös von rund 1 Mrd. DM prognostiziert hatten.

Nach Angaben des Finanzministeriums setzt sich der Kaufpreis zusammen aus einem Barkaufpreis, einem Verkäuferdarlehen mit einer maximalen Laufzeit von zehn Jahren und einer Verzinsung von 6 % sowie einem Besserungsschein, mit dem der Bund an dem Erlös eines zukünftigen Börsengangs beteiligt werde. Der Börsengang sei fester Bestandteil des Unternehmenskonzeptes von Apax, erklärte das Ministerium. Geplant sei, die Erlöse aus dem Verkauf noch im laufenden Jahr einzunehmen. Details über die einzelnen Beträge wollte ein Ministeriumssprecher nicht nennen. Auch ein Zeitpunkt für den Börsengang wurde nicht mitgeteilt.

Betriebsbedingte Kündigungen bis 2003 ausgeschlossen

In der Tischvorlage des Bundesfinanzministeriums für die am Donnerstag angesetzte, abschließende Sitzung des Haushaltsausschusses über den Etat 2001 hieß es, auf Grund der Apax-Strategien bei der Druckerei sei eine Gefährdung von Arbeitsplätzen und Standorten der Bundesdruckerei nicht zu befürchten. Darüber hinaus seien Standortschließungen und betriebsbedingte Kündigungen tarifvertraglich bis zum 31. März 2003 ausgeschlossen. Apax hat den Angaben zufolge zudem zugesichert, die Mitarbeiterbeteiligungsprogramm einzurichten. Die Sicherheitsinteressen des Bundes bei der Entwicklung, Herstellung und Lieferung von Personaldokumenten seien durch einen Rahmenvertrag gewahrt worden, heißt es in der Vorlage weiter.

Der Bundesdruckerei-Betriebsratsvorsitzende Klaus-Dieter Langen sagte zu den Verkaufsabsichten an Apax, es sei für die Beschäftigten ein positives Signal, wenn die Zerschlagung des Konzerns mit seinen 3 500 Mitarbeiter an 5 Standorten abgewendet werden könne und das Unternehmen neue Perspektiven erhalte. Zu dem im Unternehmen schwelenden Tarifkonflikt über Altersteilzeit und Outsourcing sagten Langen, er hoffe, dass es bei der am Nachmittag anberaumten dritten Verhandlungsrunde zu einem Abschluss komme. Die Streikaktionen würden fortgesetzt.

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