Börsengang im kommenden Jahr geplant
Mailands Messe will durch den Umzug ihre Weltgeltung ausbauen

Die Mailänder Messe will durch den Neubau eines groß angelegten Ausstellungsgeländes vor den Toren der Stadt ihre international erstrangige Stellung weiter ausbauen.

MAILAND. Ziel ist, mit einer Bruttofläche von 500 000 Quadratmetern (netto: 260 000 qm) die Messe in Hannover vom ersten Platz der Weltrangliste zu verdrängen. Das sagte Luigi Roth, Präsident der Fondazione Fiera Milano im Gespräch mit dem Handelsblatt. Bereits heute beanspruche Mailand nach Effizienzkritierien die globale Führungsrolle: an keinem anderen Ort würden mehr als 1,5 Millionen Quadratmeter Ausstellungsfläche pro Jahr vermietet. Frankfurt liege mit 1,4 Millionen Quadratmetern auf dem zweiten Rang.

Mit ihrer räumlichen Expansion beschreitet die Mailänder Messe gleich eine ganze Reihe ungewöhnlicher Wege: Zum einen wird der Neubau, der bis 2005 bezugsfertig sein soll, keinen vollständigen Umzug der Messe nach sich ziehen, wie es beispielsweise in München oder Leipzig der Fall gewesen ist. Luigi Roth: "Wir werden etwa ein Drittel des historischen Geländes weiter nutzen." So solle die Modemesse oder auch die Schuhmesse weiterhin im Zentrum der Stadt ihre Heimat haben. Die Konzeption sieht vor, konsumnahe Messen auf dem alten, Investitionsgüterschauen auf dem neuen Gelände im Nordwesten der Metropole auf halbem Wege zum Flughafen Malpensa auszurichten. Mailands Handicap besteht seit Jahren darin, dass die alten Hallen mehrstöckig sind, was logistische und sicherheitstechnische Schwierigkeiten verursacht.

Finanzierung ohne öffentliche Gelder

Das zweite bemerkenswerte Detail betrifft die Finanzierung des Projekts. Der Neubau von 10 einstöckigen Hallen wird vollkommen ohne öffentliche Gelder auskommen. Die Investition in der Größenordnung von 600 Mill. Euro wird ausschließlich über den Verkauf von Teilen des alten Geländes, Bankkredite, sowie einen Börsengang der AG aufgebracht. Geplant ist, bis spätestens Ende nächsten Jahres 49% des Grundkapitals der Fiera Milano SpA an der Borsa Italiana in Mailand zu platzieren. Die verbleibenden 51% müssen laut Gesetz in den Händen der Fondazione Fiera Milano, einer öffentlich-rechtlichen Stiftung, bleiben. "Insgesamt strebe ich ein Verhältnis zwischen fremden und eigenen Mitteln von eins zu zwei an," so Luigi Roth.

Einen ersten wichtige Schritt hat die Stiftung mit dem Kauf des Geländes am Autobahnring zwischen den Vororten Rho und Pero in der vergangenen Woche getan. Für 63,5 Mill. Euro hat sie das 130 Hektar große Grundstück vom Mineralölkonzern Eni erworben. Bis 1993 war dort eine Raffinerie angesiedelt. Eni wird die Umweltschäden sanieren und das Gelände urbar machen, was über 100 Mill. Euro kosten dürfte. Bis die neue Messe eröffnet wird, sollen auch Anbindungen per U-Bahn und Schnellbahn fertig gestellt sein, hofft Roth. Unterdessen hat die AG die ersten neuen Monate des Geschäftsjahres mit guten Zahlen abgeschlossen: der Umsatz liegt bei 106 Mill. Euro, der operative Gewinn bei 14 Mill. Euro.

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