Börsengang in Aussicht gestellt
Kirch-Media will frühestens 2002 an die Börse

Die Kirch-Gruppe will ihr Kerngeschäft frühestens 2002 an die Börse bringen. "Wir werden 2001 nicht mehr an die Börse gehen", sagte Kirch-Media-Geschäftsführungsvize Jan Mojto am Dienstag in München. Die Gesellschaft sei aber bereits kapitalmarktfähig. Den Gesellschaftern neben der Kirch-Gruppe sei ein Börsengang bis spätestens 2003 im Prinzip versprochen.

dpa MüNCHEN. Im vergangenen Jahr hatte die Kirch-Gruppe einen Börsengang der KirchMedia bereits für die zweite Jahreshälfte 2001 in Aussicht gestellt. Die Kirch-Media ist mit dem Free TV-Geschäft, dem Rechtehandel und der Produktion die profitable Kerngesellschaft des Medienimperiums von Leo Kirch.

Im laufenden Jahr rechnet die Kirch-Media & Co KG in der Gruppe trotz des schwierigen Werbeumfelds mit steigenden Umsätzen und Erträgen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) solle von 923 Mill. DM auf mehr als eine Milliarde DM steigen, sagte KirchMedia-Finanzgeschäftsführer Herbert Schroder. Der Umsatz solle von zuletzt 6,5 auf erstmals sieben Mrd. DM zulegen.

Fred Kogel, für Lizenzen, Senderfamilie und Show zuständig, verwies auf das schwache Werbegeschäft in diesem Jahr in der Branche. Er rechne im deutschen TV-Werbemarkt mit einem "Nullwachstum". Dennoch sehe er bei der ProSiebenSAT.1 Media AG auch im laufenden Jahr weiteres Wachstum. Weiter ausbauen will KirchMedia unter anderem die Produktion von Shows, die in diesem Jahr mit der KirchMediaEntertainment gestartet wurde. Die Gesellschaft solle einen Umsatz von 30 bis 40 Mill. DM erzielen und für alle deutschen Fernsehsender produzieren. Zu den bisherigen Produktionen der Gesellschaft gehören die SAT.1-Shows "Quizfire" und "Cops".

Im Jahr 2000 stiegen die Kirch-Media-Erlöse wegen der erstmaligen vollen Integration der ProSiebenSAT.1 Media AG um gut 64 % auf 6,5 Mrd. DM. Das Umsatzplus auf vergleichbarer Basis betrug 15 %. Rund 60 % der Erlöse steuert die Senderfamilie um ProSieben und SAT.1 bei. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit legte von 502 auf 536 Mill. DM zu. Die gesunkene Marge begründete Schroder mit dem schwierigen Marktumfeld und gestiegenen Einkaufspreisen im Rechtehandel. Den Ertrag steigern will KirchMedia mittelfristig insbesondere bei ihren frei empfangbaren Fernsehsendern. In den nächsten vier bis fünf Jahren solle sich die Umsatzrendite auf 20 % verdoppeln.

Die Kirch-Holding hält 72,62 % der Anteile an der Kirch-Media. Zu den weiteren Gesellschaftern gehören unter anderem die Medienunternehmer Rupert Murdoch und Silvio Berlusconi, der saudische Prinz al Walid sowie die Rewe-Gruppe. Weitere Standbeine der KirchGruppe sind die KirchPayTV und die KirchBeteiligung.

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