Börsengang in weite Ferne gerückt
Woolworth-Management steht vor Ablösung

Das Management der deutschen Kaufhauskette Woolworth steht offenbar kurz vor der Ablösung. Nach Handelsblatt-Informationen plant der britische Mehrheitsaktionär Electra Fleming, beide Geschäftsführer auf einer der kommenden Aufsichtsratssitzungen abzuberufen.

FRANKFURT/M. Damit erreicht der Konflikt zwischen dem Finanzinvestor, der rund 90 % am Unternehmen hält, und dem Management einen neuen Höhepunkt.

Anfang Oktober hatte Electra Fleming überraschend fast alle Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseignerseite durch eigene Mitarbeiter und nahestehende Anwälte ausgewechselt, nachdem im Frühjahr ein erster Antrag der Anteilseigner nach einer Abberufung von Geschäftsführer Berthold Honecker auch am Widerstand vom Vorsitzenden der Geschäftsführung, Manfred Schönmeier, gescheitert war. Daraufhin forderte Electra die Abberufung beider Geschäftsführer, was jedoch zunächst am Widerstand des alten Aufsichtsrates scheiterte.

Das Kontrollgremium hatte sogar der jetzigen Geschäftsführung für ihre Arbeit gedankt und ihr ausdrücklich das Vertrauen ausgesprochen. Doch nach dem Radikalschnitt im Aufsichtsrat sind die Chancen des bisherigen Managements gesunken, einer Abberufung zu entgehen. Der Mehrheitsaktionär braucht dafür allerdings eine Dreiviertel-Mehrheit im Aufsichtsrat. Die Briten sind damit auf die Zustimmung der Arbeitnehmerseite angewiesen.

Die Geschäftsführer Schönmeier und Honecker betonten am Montag, dass die Restrukturierung weitgehend erfolgreich abgeschlossen und die Sanierungsziele fast erreicht seien. Ungeachtet des harten Wettbewerbs in der Branche schreibe das Unternehmen operativ schwarze Zahlen, sagte Schönmeier in Frankfurt. Im laufenden Jahr werde das Unternehmen zwar voraussichtlich unter dem Strich wegen Sonderbelastungen einen leichten Verlust ausweisen. Doch für 2002 rechnet Schönmeier bereits wieder mit einem Gewinn, weil die Sonderbelastungen weitgehend wegfallen würden. Das operative Ergebnis soll nach den Plänen sogar von rund 8 Mill. DM im laufenden Jahr auf rund 60 Mill. DM im Jahr 2002 klettern.

Ein ursprünglich für 2003 angepeilter Börsengang der Deutsche Woolworth Holding GmbH, Frankfurt, ist nach Ansicht des Managements angesichts der Börsenlage und der Entwicklung des Einzelhandels allerdings nicht realistisch.

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