"Börsengang nach März wäre kein Drama"
Arcor-Börsengang wird eventuell verschoben

Reuters DÜSSELDORF. Die Telefongesellschaft Mannesmann-Arcor hält es nach eigenen Angaben für unproblematisch, sollte der für März geplante Börsengang etwas später stattfinden. "Wir haben immer vom ersten Halbjahr 2001 gesprochen, für uns wäre ein Termin nach dem März kein Drama", sagte eine Arcor-Sprecherin am Montag gegenüber Reuters. Arcor-Mehrheitsaktionär Vodafone dringt auf einen schnellen Börsengang im März. Die Deutsche Bahn [DBN.UL], die mit 18 % zweitgrößter Anteilseigner ist, hatte Ende November aber angekündigt, dass zuvor noch Einigkeit über die Anteilswerte erzielt werden müsse. Daraufhin kamen Gerüchte auf, der Börsengang sei gefährdet, da die Bahn von ihrem Vetorecht Gebrauch machen könnte.

Aus Kreisen der Bahn hieß es am Montag, man verlange bei der Sicherungsleittechnik und bei allen Aktivitäten, die über Arcor abgewickelt würden, ein Mitspracherecht. Die Bahn müsse die Möglichkeit haben, Einfluss zu nehmen. Die Bahn, die vor drei Jahren ihre Fernmeldeanlagen in Arcor eingebracht hatte, zahle jährlich rund 800 Mill. DM für die Dienste der Mannesmann-Tochter, hieß es weiter. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hatte kürzlich angesichts unerwarteter Milliardendefizite der Bahn einen Sanierungskurs angekündigt. Neben Personalabbau und Streckenstilllegungen sollen alle Investitionen auf ihre Rentabilität hin überprüft werden.

Aufsichtsratssitzung der Bahn am Donnerstag

Ob der Börsengang, wie ursprünglich geplant, am 6. Dezember Thema der Aufsichtsratssitzung der Bahn werde sei noch unklar, sagte ein Bahn-Sprecher. Dies hänge davon ab, ob die Verhandlungen zwischen Bahn und Arcor bis dahin zu einem Ergebnis kämen. Er sehe aber durchaus noch Spielraum für weitere Gespräche auf höchster Ebene auch über den 6. Dezember hinaus, so dass eine Einigung zu einem späteren Zeitpunkt zu Stande käme. Der Sprecher bekräftigte, die Bahn sei grundsätzlich nicht gegen einen Börsengang der Telefongesellschaft. Der Arcor-Aufsichtsrat wird am 8. Dezember tagen.

Vodafone-Chef Chris Gent hatte Anfang November den Arcor - Börsengang für März 2001 angekündigt. Vodafone-Europa-Chef Julian Horn-Smith hatte dies jüngst gegenüber der "Welt am Sonntag" bekräftigt. Man halte an dem Termin fest und verlange eine schnellstmögliche Entscheidung, hieß es.

Vodafone, die Mannesmann und damit auch Arcor Anfang des Jahres übernommen hatte, hält 74 % an dem Unternehmen. Neben der Bahn mit 18 % ist die Deutsche Bank mit acht Prozent der dritte Anteilseigner.

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