Börsengang ruft Kritiker der grünen Bank auf den Plan
Crédit Agricole startet am Donnerstag am Kapitalmarkt

Mit einem Emissionspreis eher am oberen Drittel der Spanne von 14,30 Euro bis 16,60 Euro je Aktie startet heute die Aktie der zweitgrößten französischen Bankgruppe Crédit Agricole S.A. (Casa) an Euronext Paris. Die Graumarktkurse lagen gestern Abend bei 18 Euro. Die Erstnotiz ist kurz nach Börseneröffnung am frühen Vormittag vorgesehen. Es wird mit zunächst mit erheblichen Umsätzen gerechnet, wobei sich Analysten über die Kurstendenz bis zuletzt nicht einig waren.

abo PARIS. Während Vorstandschef Jean Laurent für seine mit rund 15 Mrd. Euro bewertete Bankgruppe eine "neue Epoche" anbrechen sieht, waren ihrer Aktie zunächst schlechte Aussichten bei den Anlegern zugeschrieben worden: Die Märkte warten derzeit nicht gerade auf neue Finanzwerte. Zudem bleibt die Gruppe genossenschaftlich: Ihre Strukturen dürften angelsächsische Investoren eher abschrecken.

Die Festsetzung des Emissionspreises hat sich am Donnerstag erheblich verzögert. Denn die Pariser Börsenaufsicht COB verspätete sich mit der Erteilung des für den Börsenstart vorgeschriebenen "Visums". Die Arbeit der COB, deren grundlegende Reform nach oberflächlichen Veränderungen in diesem Jahr immer noch aussteht, steht in Paris immer wieder in der Kritik.

Nach Abschluss Zeichnungsfrist, die nur zehn Banktage betragen hatte, meldete Crédit Agricole am späten Mittwochabend, dass man künftig zwei Millionen Aktionäre haben werde. Das sind deutlich weniger als die 5,5 Millionen Genossenschaftsmitglieder, die weiter Miteigentümer der an der Casa zu 70 Prozent beteiligten 48 Regionalkassen der Gruppe bleiben.

Wenn Laurent nach dem ersten Handelstag Bilanz zieht, wird er jedoch nicht nur Kursgewinne oder-verluste ins Kalkül ziehen. Der Grünen Bank steht handfester Ärger mit dem Personal, einem Teil der Genossen und mit einem Buch ins Haus, das er - ohne es zu kennen - per Verfügung hat bis zum heutigen Tag verbieten lassen. Unter anderem wird der Bankgruppe von ihren Kritikern vorgeworfen, Tochterfirmen seien in Korruptionsfälle verwickelt.

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