Börsengang soll Wachstum des Maschinenbauers absichern
Lignum hofft auf Sympathien für Firmen fernab der Dotcom-Blase

Von gescheiterten Anläufen an die Börse und der allgemein schlechten Marktlage lässt sich die Deutsche Bank nicht beeindrucken. Der Börsengang der Lignum AG werde "hervorragend", zeigte sich Georg Hansel, bei dem Institut für Aktienemissionen zuständig, optimistisch.

hof FRANKFURT. Seine Zuversicht begründet er damit, dass genügend Liquidität vorhanden sei und sich der Markt für "sehr gute Unternehmen" aufnahmebereit zeige. Und zu denen zählt er den Schwarzwälder Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen.

Um potenzielle Investoren davon zu überzeugen, lassen sich die Konsortialbanken, zu denen auch die Commerzbank und die Landesbank Baden-Württemberg zählen, allerdings einige Zeit: Die Zeichnungsfrist läuft knapp zwei Wochen bis zum 2. Juli. Die Erstnotiz im Smax ist für den 4. Juli geplant. Die Bieterspanne, die von 12 Euro bis 15 Euro weit gefasst ist, beinhaltet am oberen Rand nach Meinung von Marktexperten einen Zeichnungsanreiz gegenüber dem ermittelten Unternehmenswert von gut 10 %. Der Preis entspricht laut Konsortialführer einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9 bis 11,2. Im vorbörslichen Handel gab es beim Börsenmakler Schnigge kaum Nachfrage nach dem Papier.

Mittelfristiges Ziel ist Aufnahme in M-Dax

Mittelfristiges Ziel des Managements ist es dem Lignum-Vorstandssprecher Klaus Bukenberger zufolge, in den M-Dax aufgenommen zu werden. Um eine Bedingung dafür, nämlich einen hohen Streubesitzanteil zu erreichen, werde sich die Deutsche Beteiligungs AG im Gegensatz den anderen Altgesellschaftern beim Börsengang vollständig zurückziehen.

Dies hat allerdings zur Folge, dass dem Unternehmen von dem gesamten Emissionserlös, der auf maximal 209 Mill. Euro beziffert wird, lediglich knapp ein Drittel zufließen wird: "Das reicht uns, um die notwendigen Wachstumsschritte der kommenden 4 bis 5 Jahre zu finanzieren", sagte Bukenberger am Freitag anlässlich der Unternehmenspräsentation in Frankfurt. Zu diesen Wachstumsplänen gehören auch Akquisitionen. Nach Angaben des Vorstandssprechers befindet sich Lignum bereits in Gespächen über den Zukauf einer deutschen Firma aus dem Bereich "Pressen/Schleifen".

Ergebnis soll proportional steigen

Lignum, Ende 1999 entstanden aus der Fusion der Maschinenbauer Homag und IMA, ist nach eigenen Angaben mit einem Weltmarktanteil von 24 % auf dem Gebiet der Holzbearbeitungsmaschinen für Plattenwerkstoffe (Spanplatten und Laminate) eindeutig Branchenprimus. Der Umsatz, der in den vergangenen sieben Jahren um durchschnittlich 12 % zulegte, erreichte im Jahr 2000 718 Mill. ?. Die Marge, bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, lag bei knapp unter 10 %. Bukenberger, der sich auf Grund der geplanten Platzierung in den USA mit Prognosen zurückhielt, will das Wachstumstempo auch in Zukunft halten, wobei das Ergebnis, das in den vergangenen zehn Jahren stets positiv war, proportional steigen soll.

Nach der Entwicklung im laufenden Jahr mit Auftragsrückgängen im ersten und voraussichtlich auch im zweiten Quartal werde jedoch das Umsatzwachstum des Jahres 2000 mit 21 % nicht mehr erreicht, so der Vorstand. Positiv auf die Marge sollen sich Synergien aus der Fusion auswirken. Die Effekte werden für dieses und das kommende Jahr auf je 8 Mill. ? beziffert.

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