Börsengang sorgt für Zeitdruck
Deutsche Post will DHL-Beteiligung ausbauen

TOKIO/FRANKFURT. Die Deutsche Post will offenbar die Mehrheit an dem US-Expressdienstleister DHL übernehmen und hat bereits mit einem der größten Anteilseignern der DHL gesprochen. Die Japan Airlines (JAL) teilte am Donnerstag mit, die Post habe eine Kaufanfrage für die 29 % der DHL-Aktien gestellt, die sich im Besitz der JAL und zweier Fonds befänden. "Wir haben noch nicht entschieden, ob wir das Angebot annehmen oder nicht", sagte ein JAL-Sprecher in Tokio. Die Post hält bereits 25 % der DHL. Ein Post-Sprecher sagte, Post-Chef Klaus Zumwinkel werde sich am Freitag zum Thema Zukäufe äußern. Einem Medienbericht zufolge wird die DHL bei den Übernahmeplänen mit knapp 43 Mrd. DM bewertet. Der Sprecher der JAL sagte am Donnerstag weiter, die Airline werde eine Entscheidung über die Kaufanfrage bis Ende des Monats treffen. Die 29 % der Anteile sind im Besitz der JAL und zweier Fonds, die von der Westdeutschen Landesbank kontrolliert werden. Ein Sprecher der Post sagte am Donnerstag auf Fragen zu Medienberichten über eine geplante DHL-Übernahme, Zumwinkel wolle derzeit Gerüchte über eventuell anstehende Zukäufe nicht kommentieren. Er werde sich aber am Freitag in Paris zu dem Thema äußern. Der Post-Chef befindet sich derzeit auf einer dreitägigen Reise mit Journalisten, die ihn am Freitag in die französische Landeshauptstadt führt. Die "Financial Times" hatte berichtet, die Post werde die Übernahme innerhalb der nächsten zehn Tage bekanntgeben. Die Übernahme muß dem Zeitungsbericht zufolge bis spätestens Ende September abgeschlossen und verkündet sein. Ansonsten könne der Börsenprospekt für den geplanten Börsengang Anfang November nicht rechtzeitig fertig werden. Dem Bericht zufolge würden weitere 21 % der DHL möglicherweise von dem DHL - Management und der Gründerfamilie des Unternehmens übernommen. "Wir werden zu diesem Thema keine Stellungnahme abgeben", sagte ein Sprecher der Post auf Anfrage. Die Deutsche Post hatte in diesem Jahr bereits eine Zusammenarbeit mit der Lufthansa im Luftfrachtbereich beschlossen. Die Lufthansa hält 25 % der DHL-Aktien. Bereits am Mittwoch hatte das Handelsblatt über eine geplante Erhöhung der Anteile der Deutschen Post an DHL berichtet. Die Post hatte diese Meldung ebenfalls nicht kommentieren wollen und den Bericht als "Spekulation" bezeichnet.

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