Börsengang steht nicht zur Debatte
Schweizer Börse will Rechtsform in AG umwandeln

Die Schweizer Börse SWX will künftig in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG) statt wie bisher als Verein operieren. Die Umwandlung solle an der Generalversammlung im April 2002 beschlossen und rückwirkend per Januar in Kraft treten, hiess es auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Zürich.

Reuters ZÜRICH. "Der Verein ist einfach nicht mehr geeignet, die wirtschaftlichen Funktionen wahrzunehmen," sagte Jörg Fischer, Präsident der SWX. Alle Konkurrenten seien Aktiengesellschaften. Im Alltag werde die Umwandlung keine Auswirkungen haben. Mit der neuen Rechtsform werde die SWX kapitalmarktfähig, was im Falle einer weiteren Beteiligung im Ausland nützlich sein könnte.

"Wir haben wesentlich mehr Flexibilität in Zukunft, sei das kapitalmarktmässig oder über Verträge," so Fischer. Ein Börsengang stehe aber nicht zur Debatte. Die SWX ist unter anderem an der Derivatebörse Eurex und an der paneuropäische Aktienhandelsplattform virt-x beteiligt.

Zu virt-x sagte Fischer, dass es im kommenden halben Jahr Entscheidungen über die weitere Entwicklung geben werde. Eine Fusion mit einem Konkurrenten sei möglich. An der im Sommer 2001 lancierten virt-x mit Sitz in London ist auch ein Konsortium führender Investmentbanken beteiligt. virt-x habe gewisse Ziele erreicht und bei den Schweizer Standardwerten Marktanteile von anderen Londoner Börsen zurückgewonnen, sagte Fischer. Zu dem Ziel, bei den übrigen europäischen Standardwerten auf einen Marktanteil von rund zehn Prozent zu kommen, sagte Fischer: "Wir sind sicherlich nicht dort." Die SWX und der Finanzplatz und die Banken unternähmen aber grosse Anstrengungen. "Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass wir mit virt-x auf den grünen Zweig kommen," so Fischer.

Fischer erklärte, er dürfte zur Wahl für das SWX-Präsidium wieder antreten. Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) untersucht gegenwärtig, ob Fischer noch Gewähr für eine einwandfreie Geschäftsführung der SWX bietet. "Die EBK wird im ersten Quartal des nächsten Jahres eine Entscheidung fällen," so Fischer. "Ich sehe dieser Entscheidung mit grosser Zuversicht entgegen," sagte er weiter.

Mitte März hatte die Bank Vontobel Fischer als CEO sowie weitere Top-Manager entlassen. Vontobel hatte auf einen Fehlschlag bei einem E-Banking-Projekt sowie die mangelnde Kontrolle eines Investmentbankers verwiesen. Die entlassenen drei Manager hätten Kompetenzregeln missachtet und an den formalen Strukturen vorbei gehandelt. Fischer hatte Vontobel darauf "einseitige Darstellungen" und "aus dem Zusammenhang gerissene Anwürfe" vorgeworfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%