Börsengang von Alcon erwogen
Nestle rechnet mit mehr Gewinn in diesem Jahr

Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern Nestle rechnet trotz der weltweiten Konjunkturabkühlung für das laufende Jahr mit mehr Umsatz und Gewinn und erwägt, im Laufe des nächsten Jahres eine Teil des Aktienkapitals seiner Augenheilkundefirma Alcon an die Börse zu bringen.

rtr VEVEY. Auch die langfristigen Aussichten beurteilte Nestle zuversichtlich. Nestle setzt auf eine umfassende geografische und produktemässige Reichweite, die den Konzern mehr als andere Wirtschaftszweige gegen zyklische Schwankungen schütze, hiess es am Freitag bei der Veröffentlichung der Umsatzzahlen für neun Monate.

In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 4,9 % auf 62,4 Mrd. sfr. Pharmazeutische Produkte und Getränke konnten dabei ein "klar über dem Gruppendurchschnitt" liegendes Wachstum erzielen. Bei der für Nestle wichtigsten Zielgrösse, dem internen, um Preisveränderungen, Akquisitionen und Wechselkurseffekte bereinigte Wachstum, erreichte der Konzern 4,2 % und übertraf damit den langfristig angepeilten Zielwert von vier Prozent. Analysten hatten mit einem Umsatzwachstum von 5,7 % und einem internen Realwachstum von 4,3 % gerechnet. Die Börse reagierte positiv, auch wenn die Zahlen etwas unter den Erwartungen lagen; die Nestle-Aktie stieg bis gegen Mittag um mehr als drei Prozent. Bereits am Vortag hatten Nestle 2,7 % zugelegt.

Im Jahr 2000 erzielte Nestle bei einem Umsatz von 81,4 Mrd. sfr einen Gewinn von 5,76 Mrd. sfr.

Es sei zu früh, um die Folgen der Ereignisse vom 11. September abzuschätzen, sagte Nestle-Finanzchef Wolfgang Reichenbacher bei einer Telefonkonferenz. Bemerkenswert sei jedoch, dass im September das Wachstum des Umsatzes in den USA doppelt so hoch ausgefallen sei wie im August.

Konzernchef Peter Brabeck erklärte vor den Medien, für das ganze Jahr könne Nestle möglicherweise ein internes Realwachstum von mehr als vier Prozent erreichen. Und auch im kommenden Jahr sollte der Zielwert erreicht werden können, sagte er. Brabeck kündigte für das nächste Jahr ein weiteres Effizienzprogramm an, mit dem jährlich 500 Mill. sfr eingespart werden sollen.

Alle Produktgruppen trugen den Angaben zufolge zum internen Realwachstum bei, wobei pharmazeutische Produkte und Getränke "klar über dem Gruppendurchschnitt lagen."

Beim Umsatz lag Nestle deutlich besser als etwa der französische Konkurrent Danone , der in den ersten neun Monaten ein Plus von 0,8 % erreichte. Vorsichtige Töne waren zuletzt auch von Unilever zu vernehmen, die am Freitag an der Börse weiter schwächer tendierten, während Danone fester waren.

Nestle prüft einen teilweisen Börsengang des Augenheilbereiches Alcon frühestens im nächsten Jahr. Der Bereich kam im letzten Jahr mit 11 000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 2,6 Mrd. Dollar. Es soll eine Minderheit an die Börse gebracht werden. Nach Ansicht der Zürcher Kantonalbank (ZKB) könnte die Firma einen Börsenwert zwischen rund 8,5 und 10,5 Mrd. sfr aufweisen.

Die Verhandlungen zur Übernahme der deutschen Schöller-Gruppe von der Südzucker AG seien nunmehr erfolgreich abgeschlossen, erklärte Nestle weiter. Die Gruppe komme auf einen Umsatz von etwa zwei Mrd. sfr; durch den Erwerb könne Nestle das Speiseeisgeschäft in Deutschland sowie in Nord- und Mitteleuropa ausbauen.

In den ersten sechs Monaten war der Umsatz bei Nestle um 6,3 % gewachsen und betrug 41,2 Mrd. sfr. Das Realwachstum der ersten sechs Monate hatte dabei 4,6 % betragen. Eine Wachstumsverlangsamung spürte Nestle nach den Worten von Finanzchef Reichenbacher im dritten Quartal vor allem in Europa, wo das reale interne Wachstum gegen Null ging. Nestle will einen Fonds für Venture-Kapital von bis zu 200 Mill. sfr lancieren. Der Fonds habe zum Ziel, Nestle einen verbesserten Zugang zu neuen Errungenschaften im Bereich der Wissenschaft und der Technologie zu verschaffen.

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